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geschrieben von Freddy (Freddy).
Veröffentlicht: 12.05.2026. Rubrik: Lustiges


Freddy und das „Massaker von Gärtringen“

Gestatten: Freddy. Offizielle Rasse: Unbekannt, aber meine Vorfahren waren sicher Elitesoldaten oder zumindest sehr wachsame Sofakissen. Ich residiere in einem botanischen Paradies mit meiner Mitbewohnerin „Frauchen“, die jeden Grashalm mit dem Vornamen anspricht.

SatirepatzerSatirepatzerHeute Morgen jedoch änderte sich alles. Ein Lkw so groß wie ein Einfamilienhaus rollte vor, und heraus fielen drei Gestalten, bei denen ich mich fragte, wie sie es geschafft hatten, sich morgens unfallfrei die Socken anzuziehen. Ihr Anführer, ein Mann namens „Kalle“, besaß einen Blick, der verriet, dass er beim Schauen von Raufasertapeten intellektuell an seine Grenzen stößt.

„Hier is’ die 14, Jungs! Kahlschlag, wie besprochen!“, brüllte Kalle.
Ich legte den Kopf schräg. Wir wohnen in der 12. Aber wer bin ich schon? Ein Hund ohne Daumen kann schlecht auf das Hausnummernschild deuten.

Was dann folgte, war das „Massaker von Gärtringen“.

Zuerst nahmen sie sich die hundertjährige Hecke vor. Frauchen nennt sie „unseren grünen Schutzwall“. Für die drei Einzeller vom Bau war es einfach nur „Geraffel, das im Weg steht“. Mit einer Kettensäge, die klang wie ein sterbender Drache, zerlegten sie das Biotop in drei Minuten zu Konfetti. Ein Eichhörnchen, das dort seit Generationen wohnte, packte im Flug seine Koffer und zeigte Kalle die Mittelkralle.

Dann kam der Teich. Oh, der Teich! Mein geliebtes Revier für illegale Trinkgelage.

„Guck mal, Kalle, ’ne Pfütze!“, rief der Jüngste, dessen IQ vermutlich gerade so ausreichte, um das Atmen nicht zu vergessen. „Muss weg, wa?“

Bevor ich „Wuff“ sagen konnte, rammte der Bagger den Arm in das sensible Ökosystem. Die Seerosen, die Frauchen nachts wahrscheinlich heimlich mit klassischer Musik beschallt, flogen im hohen Bogen auf den Kompost. Die Goldfische? Sagen wir so: Sie lernten unfreiwillig das Fliegen und landeten zwei Gärten weiter im Pool der Nachbarn. „Teleportation“, dachte ich nur.

Als Nächstes waren die alten Obstbäume dran. Knack. Weg. Die Kirschblüten regneten herab wie bittere Tränen der Verzweiflung. Kalle kratzte sich am Kopf – ein Geräusch wie Schmirgelpapier auf Beton – und meinte: „Schatten is’ eh ungesund für die Haut.“

Das Finale war der Zaun. Frauchen liebt offene Weite. Kalle liebt Sperrholz.

Sie nagelten einen Bretterzaun zusammen, der so schief war, dass selbst die Schwerkraft kurz überlegte, ob sie hier noch zuständig ist. Er sah aus, als hätten betrunkene Biber auf Speed versucht, eine Festung zu bauen. Jeder Nagel saß woanders, nur nicht im Holz.

In diesem Moment bog Frauchens Auto in die Einfahrt. Sie stieg aus, hielt inne, ließ ihre Bio-Dinkel-Einkaufstüte fallen und stieß einen Schrei aus, der selbst in der Stratosphäre noch Fensterscheiben klirren ließ.

Kalle wischte sich den Schweiß von der Stirn, grinste sie mit einer Lücke an, die Platz für ein ganzes Schnitzel bot, und sagte: „Tach, Frau Schulze! Alles weg, wie bestellt. Den Teich haben wir mit Bauschutt verfüllt, das spart Wasser!“

Frauchen sah aus, als würde sie gleich zu einer Supernova explodieren. „Ich bin nicht Frau Schulze!“, krächzte sie. „Das hier ist die Nummer 12! Die 14 ist das leerstehende Abrisshaus drei Türen weiter!“

S T I L L E

Man konnte förmlich hören, wie in Kalles Kopf zwei Gehirnzellen gegeneinander stießen und mit einem leisen „Pling“ aufgaben. Er schaute auf seinen Zettel, schaute auf das Haus, schaute auf das Schlachtfeld, das mal unser Garten war.

„Haste Recht“, sagte er trocken zu seinem Kumpel. „Die 14 hat ja gar keine roten Gardinen. Na ja, Feierabend, Jungs!“

Sie stiegen in ihren Lkw und dampften ab, während ich auf dem Trümmerhaufen der ehemaligen Magnolie saß und überlegte, ob ich jetzt wenigstens offiziell in den Nachbargarten mein Geschäft verrichten darf. . Der hat nämlich jetzt keinen Zaun mehr – dafür aber unsere Goldfische.

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