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geschrieben von Freddy (Freddy).
Veröffentlicht: 12.05.2026. Rubrik: Lustiges


„Terminator-Heidi schlägt zurück: Freddy im Auge des Sturms“

Am nächsten Morgen war die Transformation von Frauchen abgeschlossen. Aus der sanftmütigen Yoga-Lehrerin, die normalerweise Marienkäfer rettet, war „Terminator-Heidi“ geworden. Ihr Blick war so kalt, dass das Wasser im (nicht mehr vorhandenen) Teich sofort gefroren wäre, wenn da noch welches gewesen wäre.

SatirepatzerSatirepatzerIch saß auf dem Beifahrersitz und hielt mich mit den Krallen im Polster fest. Wir schossen auf das Firmengelände von...

„Kalles Krawall-Gartenbau – Wir machen’s platt“.

Wir traten ein. Das Büro roch nach altem Kaffee und dem verbranntern Geruch von überforderten Synapsen. Hinter dem Tresen saß Kalle und starrte mit offenem Mund auf einen Bildschirmschoner, als wäre es eine hochkomplexe Dokumentation über Quantenphysik.

„Kalle!“, brüllte Frauchen. Die Kaffeetasse auf seinem Tisch bekam vor Schreck einen Riss.

Kalle blinzelte. Es dauerte quälende Sekunden, bis sein Gehirn den Rückwärtsgang einlegte. „Ah, die Frau mit dem... äh... dem neuen Sichtschutz. Schick geworden, wa? Bisschen rustikal, aber voll im Trend.“

Frauchen knallte ein Foto vom Trümmerhaufen auf den Tisch. „Sie haben mein Lebenswerk vernichtet! Meinen englischen Rasen! Meine Magnolie! Meinen Koiteich! Und Sie haben einen Zaun gebaut, der so instabil ist, dass er umfällt, wenn ein Hamster dagegen hustet!“

Kalle kratzte sich am Kinn, was klang, als würde man einen Sack Kies ausschütten. „Nu mal langsam, junge Frau. Wir haben geliefert wie bestellt. Dass Sie im falschen Haus wohnen, dafür kann ich ja nun och nix.“

Frauchen lief dunkelrot an. „Ich wohne im falschen Haus?! Das Haus steht seit 1920 an dieser Stelle! Die Hausnummer 12 ist in Stein gemeißelt! Sie haben den IQ eines getrockneten Toastbrots!“

Kalle schaute kurz beleidigt, als hätte man gerade sein Haustier beleidigt (das wahrscheinlich ein Stein ist). „Nu werden se mal nich persönlich. Mein Kollege, der Ronny, der hat das mit der Hausnummer geprüft. Ronny!“

Ronny kam aus dem Hintergrund geschlurft. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“ – die bittere Ironie tat fast körperlich weh.

„Ronny“, sagte Kalle, „warum haben wir bei der 12 alles weggekloppt?“

Ronny überlegte. Man sah förmlich die einzige Gehirnzelle in seinem Kopf wie einen Bildschirmschoner von links nach rechts titschen.

„Na ja, Chef... da hing ’ne 12. Und ich dachte, die 1 steht für ‚Eins-A-Arbeit‘ und die 2 heißt ‚Zwei Tage Zeit‘.

Also hab ich angefangen.“

Frauchen stieß ein Geräusch aus, das ich sonst nur von meinem Quietsche-Entchen kenne, wenn ich draufbeiße. „Das ist... das ist... polizeireif! Ich verklage Sie bis in die Steinzeit zurück! In den Garten, den Sie da hinterlassen haben, würde nicht mal ein Maulwurf mit Depressionen einziehen!“

Kalle zuckte die Achseln. „Wissen se was? Wir sind ja kulant. Weil wir uns vertan haben, kriegen se den Bretterzaun zum halben Preis. Und das Loch vom Teich... da können se ja jetzt ’ne schöne Garage reinbauen. Beton hab ich noch auf’m Laster.“

In diesem Moment sprang ich auf den Tresen und erledigte das Einzige, was ein kleiner Hund in dieser diplomatischen Krise tun kann: Ich schnappte mir Kalles belegtes Mettbrötchen und markierte sein linkes Hosenbein.

Frauchen packte mich am Halsband, drehte sich wortlos um und marschierte raus. Ihr letzter Satz hing wie eine Drohung in der Luft:

„Mein Anwalt wird dafür sorgen, dass Sie in Zukunft nicht mal mehr Legosteine aufeinanderstapeln dürfen!“

Draußen im Auto schaute sie mich an, seufzte tief und sagte: „Freddy, wir ziehen um.“
Ich wedelte. Solange es dort keine Zäune von Kalle gibt, bin ich dabei.

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