Veröffentlicht: 11.06.2026. Rubrik: Fantastisches
Die verbotene 6. Magie, Teil 1
Da ich gerade nicht die Inspiration für meine Geschichte über die Halbelfe habe, fange ich nun eine neue Geschichte an. Aber die andere wird bestimmt irgendwann fortgesetzt.
Kapitel 1: Kurz vor dem 21. Geburtstag
Ticia war nervös. Es waren nun nur noch drei Tage, bis sie 21 Jahre alt werden würde, und dies machte ihr Angst, da sie dann die dunkelste und zugleich verbotene magische Fähigkeit entwickeln würde. Ticia lebte mit ihren Eltern und etwa 100.000 anderen Magiern in Eskardia, welche die Hauptstadt von Arkanis war. Jeder der dort lebenden Menschen entwickelte früher oder später Magie, und es gab sechs Arten der Magie. Feuer, Erde, Wasser, Luft, Heilmagie und die verbotene Macht des Todes. Außerdem beherrschten die Magier noch Schutzzauber sowie sonstige Zauber, wie jemanden in Schlaf zu versetzen oder schweben zu können. Keine Magie war gefährlicher als die des Todes, wobei natürlich auch die Elementarkräfte Gefahren hervorrufen konnten. Jeder, welcher von Todesmagie attackiert wurde, blickte seinem sicheren Tod ins Auge. Da diese Art von Magie auch am schwersten zu kontrollieren war, wurden Todesmagier schon als Babys vernichtet, wenn die magische Untersuchung stattfand. Dort wurde entdeckt, welche Art von Magie das Baby besaß. Der Heilmagier, welcher die Untersuchung durchführte, fand schnell heraus, dass Ticia zwei Magien in sich trug, was sehr selten war. Er ließ sich von ihren Eltern bestechen und tötete Ticia nicht, wie es die Gesetze verlangten. Ticia trug zusätzlich zur Todesmagie auch noch die der Heilung in sich, welche sich mit zwölf Jahren zum ersten Mal zeigte.
Der Zeitpunkt, an welchem sich bei einem Kind oder Erwachsenen die Magie entwickelte, war sehr unterschiedlich. Manche Kinder entwickelten schon mit sechs Jahren ihre Kraft, andere Menschen entwickelten sie erst mit 21 Jahren. Von klein auf war Ticia es gewohnt, dass ihre Eltern ständig auf sie aufpassten, und sie konnte ihre übermäßige Strenge nicht nachvollziehen. Erst am 18. Geburtstag erfuhr sie die ganze Wahrheit. Ticia überlief ein Frösteln, denn die Erinnerung spulte sich erneut in ihren Gedanken ab, wie ein Programm im Fernseher. Sie wusste noch ganz genau den Wortlaut der Unterhaltung mit ihren Eltern. Ihr Vater war ein guter Feuermagier, während ihre Mutter eine Wassermagierin war. Die Veranlagung zur Magie wurde vererbt, doch welche Art von Magie sich entwickeln würde, war zufällig. "Wir müssen mit dir etwas Wichtiges besprechen", sagte Ticias Mutter Valeria. Obwohl sie es versuchte, konnte sie ihre Tränen vor ihrer Tochter nicht verbergen. "Was ist los?", hatte Ticia damals gefragt. "Es gibt einen Grund, warum wir so streng mit dir sind und dich überall eskortieren", erklärte der Vater Tamiko. "Deine Magie ist nicht nur gut", fügte ihre Mutter hinzu. Ticia verstand es nicht. Warum sollte ihre Magie nicht gut sein? Sie konnte damit andere Menschen heilen, welche aus Verzweiflung nach Arkanis zogen, um von ihren Schmerzen oder anderen Krankheiten befreit zu werden. "Weil du die Magie des Todes in dir trägst!" Die Worte ihres Vaters ließen Ticias Herz für einen Moment aussetzen. "Wie ... kann das sein? Der Heiler hätte mich doch bereits bei der Untersuchung töten müssen!" "Wir haben ihn bestochen, dich am Leben zu lassen", erklärte Valeria. Ticia ging in sich und konzentrierte sich ganz auf ihre Magie, und da war es wieder, ein seltsames Gefühl, welches sie nie hatte einordnen können. Bisher hatte sie es für sich behalten, doch nun machte alles Sinn. Ein Teil ihrer Magie fühlte sich eiskalt an. Nein, nicht wie natürliches Eis, sondern viel düsterer. "Wenn du Veränderungen in deiner Magie spürst, teile es uns bitte mit", hatte ihre Mutter gesagt, als Ticia ihr die Beobachtung geschildert hatte. "Du musst sehr auf dich Acht geben", erzählte der Vater weiter. "Denn am Stadtrand von Eskardia treiben sich Todesmagier herum, welche nur darauf warten, dass jemand solch eine Fähigkeit entwickelt, um ihn dann darin auszubilden und für ihre Zwecke zu benutzen." Wenn Ticia daran dachte, spürte sie noch immer ein wenig Angst, doch diese Angst half ihr, den Sinn der strengen Maßnahmen ihrer Eltern zu verstehen. Vor etwa einem Monat wurden diese Grenzen und Regeln noch verschärft, denn Ticia durfte seither das Haus nicht mehr verlassen oder gar heilen, was sie sehr traurig machte. Besuch durfte sie aber unter strenger Beobachtung empfangen.
Kapitel 2: Ticias bester Freund
Ein Klopfen riss Ticia aus ihren Gedanken, und sie öffnete. Draußen stand Kyrian, ihr bester Freund, welcher zu den Luftmagiern gehörte. Er umarmte sie fest, und die Beiden gingen in ihr Zimmer. "Bald ist es also soweit", murmelte er, und in seinen Worten lag eine große Bedeutung. Er war abgesehen von ihren Eltern der Einzige, der um Ticias Fähigkeit wusste. Ticia nickte nur, da es ohnehin nichts zu sagen gab. "Ich wollte vorbeikommen, bevor du dich vielleicht in das Böse verwandelst", erklärte Kyrian und sah sie traurig an. Ticia hoffte noch immer, ihre Kraft kontrollieren zu können, doch es ängstigte sie, dass sie sie von Tag zu Tag immer stärker spüren konnte. Jedoch verspürte sie auch eine tiefe Entschlossenheit. Sie wollte lieber selbst sterben, als anderen Menschen oder gar ihrem Freund das Leben zu nehmen. Schnell rannte sie in die Küche und holte ein großes Messer. Kyrian sah sie fragend an. "Was willst du damit?" Ticia hielt es ans Herz, doch sie wagte nicht, es zu beenden. "Vielleicht ..." Sie hielt inne. "Vielleicht wäre es besser, es hier und jetzt zu beenden, bevor ich meine Kraft entwickle." Mit einem Satz war Kyrian bei ihr und entriss ihr das Messer. Nachdem er es verstaut hatte, ging er auf ihre Augenhöhe und nahm ihre Hände in seine Hände. "Das wirst du nicht tun", sagte er langsam und ruhiger, als Ticia es für möglich gehalten hätte. Schließlich nickte sie, doch ihr durchdringender Blick fixierte ihren Freund. "Versprich mir, dass du es beenden wirst, wenn ich unkontrollierbar werde", forderte sie mit fester Stimme. Ihr Freund sagte eine Weile nichts. "Versprich es mir! Jetzt!" Ticia wurde ungeduldig und griff nach dem Messer. "Gut, gut. Ich verspreche es." Ein wenig der Anspannung wich von ihr, und sie legte das Messer wieder weg.
Fortsetzung folgt
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