Veröffentlicht: 13.07.2026. Rubrik: Persönliches
Ein Gespräch mit einer Fee über Freundschaft
Rika war hin und hergerissen. Schon seit längerer Zeit spielte sie mit dem Gedanken, einen ihrer Freunde auszusortieren, da er oftmals etwas vereinnahmend war. Gestern noch hatte sie mit anderen Freunden gesprochen, aber sie war sich noch immer nicht sicher genug, weshalb sie geistigen Kontakt mit ihrer Feenfreundin Kara aus dem Wald der Fantasie aufnahm. "Ich weiß nicht, was ich machen soll", sagte sie. "Ein Freund von mir geht mir langsam aber sicher ziemlich auf die Nerven. Immer wieder, wenn ich ihm sage, dass ich keine Zeit habe, weil ich gerade bei anderen Freunden bin, sagt er, er will nicht auf mich verzichten. Genauso fordert er immer genaue Zeiten von mir ein, wann ich da bin. Das kann ich zwar teilweise verstehen, da ich auch gerne plane, aber manche Dinge lassen sich nunmal nicht planen, das musste ich trotz Autismus auch lernen." "Ich würde auf deine Freunde hören", antwortete Kara. "Er tut dir nicht gut, und so lange du dich nicht von ihm löst, kannst du dich nicht auf dein neues Geschäftspartnerdasein konzentrieren. Hast du vergessen, dass er dich als manipulierend bezeichnet hat, nur, weil du ihm die Vorteile deines Geschäfts erzählen wolltest? Auch, wenn er sich schon dagegen entschieden hat, kann man doch wohl trotzdem über die Vor- und Nachteile von verschiedenen Möglichkeiten sprechen! Aber, wie deine Freunde schon sagen, jemand, der sich gar nicht für dein Geschäft interessiert oder allgemein für das, was du tust, ist kein Freund! Das hat deine Freundin auch schon gesagt!" Rika nickte seufzend. "Denk einmal darüber nach, was sich für dich besser anfühlt", fügte die Fee hinzu. "Endlich frei und ungezwungen dich mit deinen neuen Bekannten treffen zu können oder ständig Angst haben müssen, dass er sich wieder aufregt, weil du später kommst, als geplant. Denk an die 70-Jahrfeier deiner Bekannten zurück!" Rika nickte. Damals hatte er die neuen Freunde bei ihrem Telefonat mit einem Schimpfwort betitelt, welches Rika nicht noch einmal wiederholen wollte. Doch etwas hielt sie noch vor diesem Schritt zurück. Sie wollte frei sein und endlich ganz ungezwungen lustige Dinge unternehmen, aber andererseits machte ihr es auch Spaß, mit dem anderen Freund Karten zu spielen, denn wenn sie zusammen waren, war es meist ok. "Natürlich ist es dann ok! Denn dann hat er doch, was er will!" Dies hatte ihre Freundin auch schon gesagt. Ein anderer Grund, weshalb Rika sich nicht so einfach von ihm lossagen wollte, war ihre Vorstellung von Moral. Man lässt keinen Freund im Stich, und schon gar nicht in dieser für ihn schwierigen Zeit. Außerdem hatte sie Angst, dass ihr dann doch öfter langweilig werden würde, auch wenn sie sich durch ihr Geschäft ein Netzwerk an Bekannten aufgebaut hatte. "Das ist kein Freund! Ich wiederhole mich noch einmal!", rief Kara. "Und dir wird schon nicht langweilig werden, denn dafür kannst du mehr Dinge mit deinen Freunden machen!" Rika nickte, doch sie traute sich noch immer nicht so Recht. "Frag doch mal deine Kurzgeschichtenleser! Vielleicht haben sie ja eine Meinung dazu." "Das werde ich tun", antwortete Rika und schrieb diese Geschichte.
1x




