Veröffentlicht: 06.09.2026. Rubrik: Unsortiert
Kupfereslern/ *mit Thema Alkoholsucht
Kupfereslern
Es war Abend in der Kohlmayergasse 5B. Mitte Bill hatte wie an jedem Dienstag zum Kupfereslern eingeladen. Das war hier bei den alten Untertagewerklern so ein Brauch. Kupfereslern war ein Kartenspiel, kombiniert mit Steinen. Man musste teuflisch auf Zack sein, um dem Spielverlauf zu folgen. Vor allem dann, wenn der Bisman-Bichler geladen hatte, um dann ein Bier vor das Andere zu stellen.
Bei Mitte Bill war das etwas anders. Er hatte Erni, seine gute Seele. Sie war da für ihn, wenn er aus dem Schacht kam, lauschte seiner Dunkelheit, die sich immer schnell in ihrem Licht auflöste. Oder er erzählte ihr von seinen Gedanken, die er unter Tage hatte, wohin sie ihn trieben. Und immer war da Erni mit dabei. Er wiederum hörte Erni zu und nahm sich ihrer an, in Überforderung, Leere oder Freude. Es war Liebe, und Liebe konnte füllen und trösten. Deshalb brauchte er Alkohol nicht mehr als solches, wie es der Bisman-Bichler tat.
Als der Dienstagabend also vorüber war und eines der Wochenenden folgte, erschrak Mitte Bill. Bisman-Bichler sah abgehalftert aus. Tiefe Augenringe, anstelle Glattrasur wuchsen Bartstoppeln in alle Richtungen, und seine Augen hatten einen merkwürdigen Glanz. Es ging ihm so schlecht, dass er nicht zur Flasche griff.
In den darauffolgenden Wochen war Bisman-Bichler nicht zu erreichen. Er verschanzte sich entweder oder war fort, kein Lebenszeichen.
Als Mitte Bill nach circa drei Wochen einmal Limonade für sich und die Dienstagsrunde in Manis Getränkestore kaufen ging, kam ihm die Idee, dort nach Bisman-Bichler zu fragen. Doch Mani schüttelte verwundert den Kopf. Er dachte, Bisman-Bichler habe sein Bleibe verkauft und sei fort. Er sprach manchmal wohl davon, sich an der Taiga eine Hütte zu bauen und dort zu leben bis ans Ende seiner ihm noch verbleibenden Tage.
Doch ein Blick durch sein Wohnzimmerfenster im Hochparterre verriet: Seine Wohnung war voll eingerichtet und sauber hinterlassen.
Es vergingen weitere Dienstage mit Kupfereslern und sich erzählen mit Erni, doch Bisman-Bichler kam nicht.
Bis an einem verregneten Mittwoch. Der Himmel war grau, mit grauen Wolken verhangen, und es regnete Bindfäden. In einer Hand hielt Bisman-Bichler seinen Koffer, in der anderen Svetlana, seine Frau. Im Gesicht trug er nun einen gepflegten, dichten Bart, und in seinen Augen erkannte er den Glanz vom letzten Abend, an dem er ihn gesehen hatte.
Das nicht trinken damals an diesen Tagen, sein Start ins Neue.
Es gibt nun immer Kaffee und Kuchen bei Svetlana und Bisman-Bichler. Sie trinken gerne zwischendurch bei Festen zum Beispiel immer noch einen kleinen Schnaps zusammen. Aber das Schöne ist: Jeder von ihnen weiß inzwischen, brauchen tun sie es nicht.
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Das Thema Alkohol und Alkoholsucht hat viele Gesichter und Facetten. Es ist unmöglich, allen in einer Geschichte gerecht zu werden. Diese Geschichte ist ein kleiner Ton in einem großen Lied mit vielen Sängern und Sängerinnen und würde vor allem auch wegen der Liebe unter den Personen in der Geschichte geschrieben.
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Autorin: Von Gott inspiriert, von mir, Silla/Herbstsonne, niedergeschrieben.
Meine Geschichten sind auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft, mit Unterstützung von ChatGPT.
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