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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 13.10.2026. Rubrik: Märchenhaftes


Die Fee und der Drache, Teil 1

Jetzt versuche ich mich auch mal an einem mehrteiligen Märchen, ein wenig inspiriert von Lüdels früherer Riesen-Zwerg-Geschichte.

Die Fee und der Drache
Kapitel 1: Eine ungewöhnliche Freundschaft

Aurika war eine Waldfee, die sich gerade von einem Windhauch durch den Wald treiben ließ, als sie plötzlich die Präsenz eines weiteren, magischen Wesens spürte. Sie öffnete die Augen, und bei dem Anblick blieb ihr beinahe das Herz stehen. Vor ihr flog ein riesiger, weißer Drache. Sie konnte zwar sofort sehen, dass es noch ein Jungdrache war, aber für eine winzige Fee war fast jedes Wesen riesig. Sofort bekam Aurika etwas Angst. Was wollte ein Drache von ihr? Auch der Drache hatte die Fee erblickt und flog auf sie zu. Aurika schloss die Augen. Sie erschuf einen Schutzzauber aus Feenstaub, doch sie war sich sicher, dass die geballte Macht eines Drachen diese durchdringen konnte. Sie sah ihrem Tod ins Auge, als der Drache sie sanft anstupste. "Fürchte dich nicht, Fee. Ich bin ganz lieb. Mein Name ist Valerion. Ich bin ein weißer Drache, das bedeutet, dass ich die Natur liebe und meine Magie nur für gute Taten nutze. Und wie heißt du?" "Ich bin Aurika", sagte die Fee und musterte den Drachen. "Wollen wir Freunde sein?", fragte Valerion. Aurika zögerte. Im Moment war der Drache lieb, doch sie war noch skeptisch. Valerion erkannte sofort, was in ihr vorging. Er öffnete seinen Geist, um sie in seine Gedanken blicken zu lassen. Aurika erkannte tiefe Wälder und die Situationen, wo der Drache anderen Waldwesen geholfen hatte. Stets war er alleine auf weiter Flur gewesen. "Warum warst du so allein?", fragte Aurika. Der Drache senkte seinen Kopf. "Weiße Drachen sind selten und werden von anderen Drachen nicht so akzeptiert", erklärte Valerion. Aurika nickte. Sie hatte ihren Entschluss gefasst und berührte den Drachen mit einem Flügel. "Ja, ich möchte dein Freund sein", sagte sie. Valerions Augen leuchteten, und er nahm die kleine Fee vorsichtig in seine Klauen, ohne ihr Schaden zuzufügen. Dann flog er mit rasender Geschwindigkeit in den Himmel. Aurika stieß ein lautes Jauchzen aus. Sie fühlte sich sofort geborgen und sicher.

Kapitel 2: Der böse Schatzkobold

Nach kurzer Zeit entdeckte Aurika einen Falken, der sich ihnen mit schnellen Flügelschlägen näherte. "Ich brauche Hilfe!", schallte die Stimme des Falken durch den Wald. Als Fee und als Drachen besaßen die Freunde die Fähigkeit, mit Tieren zu sprechen. Valerion hielt mitten in der Luft inne. Der Falke landete entkräftet und verwandelte sich in kurzer Zeit in ein kleines Mädchen, das nicht viel älter als zehn sein konnte. Auch Valerion landete sanft neben dem Mädchen. "Was hast du auf dem Herzen, Kleine?", fragte er mit tiefer Stimme. Tränen liefen dem Mädchen über das Gesicht. "Ich bin Lea", begann sie zu erzählen. "Ich kann mich in einen Falken verwandeln. Meine drei Freunde hatten die verrückte und völlig gefährliche Idee, einen Kobold zu besuchen, von dem wir wissen, dass er einen Gold- und Silberschatz hat. Dieser Kobold hat schon einige Wesen zu Stein erstarren lassen, die seinem Schatz zu nahe kamen. Trotzdem wollten sie es versuchen. Seit drei Tagen sind sie nicht zurückgekehrt!" Lea schlug sich die Hände vor das Gesicht. "Ich hätte mitkommen sollen!", jammerte sie. Valerion schüttelte mit dem Kopf. " Dann wärest du selbst eine Statue und könntest uns nicht um Hilfe bitten", sprach der Drache den unumstößlichen Fakt aus. Lea nickte. "Könnt ihr die Statuen befreien?", fragte sie. Ihre Augen sahen den Drachen und die Fee hoffnungsvoll an. Aurika grübelte. "Auch Feen haben verschiedenste Zauber und Bannmagie, die sie dann selbst zurücknehmen können. Allerdings kann es sein, dass der Kobold den Zauber so gesprochen hat, dass nur er ihn rückgängig machen kann. Wenn er schlau ist, dann müssen wir es schaffen, ihn davon zu überzeugen, die Statuen gehen zu lassen." Lea ließ traurig den Kopf hängen. "Nicht verzagen!", rief der Drache. "Wir werden uns auf den Weg zur Höhle machen. Setz dich auf meinen Rücken, Lea."

Überglücklich setzte sich das Mädchen auf den breiten Rücken von Valerion, und der Drache erhob sich in die Luft. Immer wieder korrigierte Lea die Richtung. Es war ein weiter Flug, doch nach einer Stunde kamen sie an. Sie landeten direkt vor der Höhle des Kobolds Miko. Valerion klopfte mit seiner Klaue an die Tür der Höhle. "Miko! Wir bitten dich, uns einzulassen. Wir wollen deinen Schatz nicht, sondern nur mit dir reden." Aurika hatte inzwischen um sie alle einen Schutzzauber gewoben, sodass ein Zauber des Kobolds wirkungslos an ihnen abprallen würde. Ein Zauber traf die Barriere, doch sie hielt. Gleich darauf hörten sie einen überraschten Aufschrei, und der winzige Kobold kam hinter einem Blätterhaufen hervor. "Warum funktioniert meine Magie bei euch nicht!", rief Miko. "Weil wir selbst magisch sind", erklärte Aurika. Der Kobold seufzte und ließ die Freunde hinein.

Überall in der Höhle standen Statuen, und in der Mitte erblickten sie einen riesigen Schatzhaufen aus Gold- und Silberbarren beziehungsweise Münzen. "Warum erstarrst du alle Leute, die deinem Schatz zu nahe kommen?", fragte Valerion. "Weil das mein Schatz ist! Er gehört nur mir!" Aurika berührte den Kobold sanft mit einem Flügel. "Das verstehe ich", flüsterte sie. "Aber du solltest deinen Schatz anders verteidigen, als alle in Stein zu verwandeln. Schätze allein machen nicht glücklich, Freundschaften sind viel wichtiger." Der Kobold senkte seinen Kopf und nickte kaum merklich. "Und was soll ich tun?", fragte er die Fee. Aurika hatte sofort eine Idee. "Ganz einfach. Ich schütze deinen Schatz mit meiner Feenmagie, und du befreist die Gefangenen wieder."

Nach einem quälend langen Moment stimmte Miko zu und vollführte eine Handbewegung. Alle Statuen erwachten wieder zum Leben und bedankten sich bei Aurika. Sie verließen die Höhle sofort, ohne an den Schatz zu denken. Etwas niedergeschlagen setzte sich der Kobold auf den Boden. Aurikas Worte hatten seine Augen geöffnet. Nachdem sie den Schatz mit ihrer Magie geschützt hatte, drehte sie sich zu ihm um und lächelte. Miko traute seinen Augen nicht. Er wurde nicht verurteilt für das, was er getan hatte. "Du hast Recht, Aurika. Freunde sind wichtiger als Schätze." Der Drache lächelte. "Möchtest du unser Freund sein?", fragte er, und Mikos Augen leuchteten. Lea bedankte sich bei Valerion und Aurika für die Hilfe und folgte dann ihren anderen wandelhaften Freunden, die vom Zauber des Kobolds befreit worden waren. Miko war nun überglücklich. Nun, da sein Schatz geschützt war, konnte er mit seinen neuen Freunden ein wenig den Wald entdecken.

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