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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2018 von Christine Todsen.
Veröffentlicht: 12.01.2018. Rubrik: Unsortiert


Der Name der Erbtante

Luisa freute sich mit ihrer Freundin Sarah. Soeben hatte diese ihr mitgeteilt, dass sie ein Baby erwartete. Schon seit längerem hatten Sarah und ihr Mann Dennis sich ein Kind gewünscht, aber erst jetzt hatte es geklappt.

„Wir sind überglücklich“, sagte Sarah. Zögernd setzte sie dann hinzu: „Es gibt nur ein ganz kleines Problem. Dennis hat eine reiche, alleinstehende Großtante, und als diese hörte, dass unser Kind ein Mädchen wird, hat sie gesagt, sie würde es als Alleinerbin einsetzen – unter der Bedingung, dass wir ihm ihren Namen geben.“

Mit einer unguten Vorahnung fragte Luisa: „Und wie lautet dieser Name?“

„Klothilde!“

Luisa schnappte nach Luft. „Auweia, das arme Kind!“

Bekümmert nickte Sarah: „Ja, mit diesem Namen würde es in der Schule garantiert gehänselt. ‚Toiletten-Thilde‘ oder einfach ‚Klo‘ – Kinder können grausam sein.“

„Das dürft ihr der Kleinen nicht antun! Auch nicht für ein Millionenerbe!“

„Sag mal, Luisa, du hast doch immer so gute Ideen. Fällt dir irgendein Trick ein, mit dem unsere Tochter Alleinerbin wird, OHNE Klothilde heißen zu müssen?“

*

Eine Woche später trafen sich die beiden Freundinnen erneut bei Sarah. Luisa hatte ihr versprochen, über das Problem nachzudenken.

„Zunächst zwei Fragen“, begann Luisa. „Würde die Tante sich damit begnügen, dass das Mädchen nur mit ZWEITNAMEN Klothilde heißt?“

Sarah schüttelte den Kopf. „Leider nein.“

„Wäre sie denn damit einverstanden, dass der Name mit C statt mit K geschrieben wird? Das klänge zwar genauso, sähe aber nicht ganz so schlimm aus.“

„Das haben wir sie noch nicht gefragt“, sagte Sarah überrascht, versank dann jedoch gleich wieder in Mutlosigkeit: „Es würde aber nichts nützen, denn die anderen Kinder würden unsere Tochter auch dann hänseln.“

Luisas Blick fiel auf einige Frankreich-Prospekte auf dem Tisch. Sarah bemerkte dies und seufzte: „Ja, das ist auch noch so ein Problem. Dennis hat einen Job in Paris angeboten bekommen.“

„Und? Will er ihn annehmen? Mit seinem hiesigen ist er doch nicht mehr zufrieden, soviel ich weiß? Und ihr könnt doch beide supergut Französisch.“

„Schon, aber…“

„Nix aber! Das wäre DIE Lösung! Ihr zieht nach Paris und nennt eure Tochter Clothilde, mit C. In Frankreich ist das nämlich ein toller Mädchenname, bei dem niemand an ein Klo denkt, weil das auf Französisch ganz anders heißt.“

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