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geschrieben von DER WORTKOTZER.
Veröffentlicht: 28.05.2021. Rubrik: Märchenhaftes


DIE RIESEN VON PUSILLUS: Der Fremde

Irgendetwas musste er falsch gemacht haben, denn dies war weder der Planet, noch die Zeit die er hatte aufsuchen wollen. Alles sah hier irgendwie sehr merkwürdig aus.

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Einst trug der Wind der 4 Himmelsrichtungen arge Kunde über das Königreich der Karten. König Tarot war krank. Und niemand wusste wie die Krankheit hieß, noch woher sie kam. Von überall her strebten die besten Heiler des Reichs an des Königs Lager, aber niemand vermochte ihm zu helfen. Seit dem plötzlichen Tod seiner gesamten Familie lebte der König viele Jahre schon einsam und allein in seinen Gemächern. Ein Blitz war ganz in der Nähe der königlichen Kutsche eingeschlagen, die Pferde durchgegangen, und voller Panik in eine tiefe Schlucht gestürzt. Nie wieder eine Kutsche zu betreten, hatte sich König Tarot seither geschworen, was sein Leben nicht gerade einfacher machte, da es sich in jener Zeit für einen König weder in der Öffentlichkeit zu gehen, noch zu reiten geziemte. Und so hatte sich König Tarot in seiner Not dem Alkohol hingegeben, was ihm alsbald den Spitznamen König der Kelche einbrachte. Das Volk aber liebte seinen König. Bei jeder Gelegenheit beratschlagten sie, wie ihm denn zu helfen wäre. Die mutigsten unter ihnen befragten sogar den Tod, dem neben seiner allgemein bekannten Tätigkeit auch noch ganz andere, absonderliche Kräfte zugeschrieben wurden. Der aber schüttelte nur verlegen den Kopf und meinte, dass, wenn es dem König noch länger so schlecht ergehe, er ihn doch irgendwann einmal in den nächsten Monaten aufsuchen müsse. Das Volk war entsetzt. Ihr armer König, so jung und schon den Tod vor Augen. Das konnte, das durfte einfach nicht sein.

Es geschah aber zu jener Zeit, dass ein Fremder an die Tore des Königs Burg klopfte, Einlass zu erlangen. Und obwohl niemand den Fremden mit der außergewöhnlichen Gestalt je zuvor gesehen hatte, gewährte man ihm Zutritt zu des Königs Lager. Etliche Tage und Nächte später verabschiedete sich der Fremde von König Tarot mit der Zusicherung wiederzukommen, und den König von seiner Krankheit zu befreien. Hoffnung keimte im Königreich der Karten auf! Wie aber wollte er das nur bewerkstelligen?

„Der Kelch der Weisheit wird es mir offenbaren“, antwortete dieser nur und verschwand.

Und so verging die Zeit, doch nichts geschah. Die Gerüchte aber wurden lauter, dass man den Tod bereits auf dem Weg zu des Königs Burg gesehen hätte. Kreidebleich und abgemagert wie dieser inzwischen aussah, auch kein Wunder. Dann aber geschah das Unvorstellbare. Eines frühen morgens stand so ein grell rotes Ding, eingepackt wie ein Geschenk, auf des Königs Hof. Ein Brief in seinem Inneren sorgte für Aufklärung.

„Sehr geehrter König Tarot. Anbei finden sie eine Gebrauchsanweisung wie dieses Gefährt zu handhaben ist. Ja, sie haben richtig gelesen, Gefährt. Sie werden mit Sicherheit ihre Freude daran haben und niemals mehr auf eine vermaledeite Kutsche angewiesen sein. Ihnen, baldige Genesung! Hochachtungsvoll, der Fremde.“

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Technicus aber verschwieg den Pusillianern sowohl die Umstände seiner Reise, als auch seine neueste Erfindung.       


BECU


DIE RIESEN VON PUSILLUS beruhen auf einer Fotogeschichtenschreibgruppe. Leider wird das Foto nicht angezeigt:
4 Tarot-Karten und ein, als Geschenk eingepackter, roter Golf.

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