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4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von Erzähloma.
Veröffentlicht: 23.09.2023. Rubrik: Historisches


Das Strickzeug

Früher wurde viel mehr gestrickt als jetzt. Meine Mutter saß immer da und hat genadelt, jede freie Minute. Sie strickte uns Kindern Norweger-Pullover, Strickjacken, sowie warme, gefütterte Jancker, und nicht zuletzt Wollstrumpfhosen, die beim Waschen minzelten (Minzel = Wollknötchen).

Natürlich musste alles mit der Hand gewaschen werden! Damals hatte sich meine Mutter den Luxus einer Waschmaschine eh noch nicht geleistet, doch Strickwaren wurden ihr Leben lang von ihren Händen 'schnell ausgedrückt', wie sie es in Worte zu fassen pflegte, alsdann sorgfältig zum Trocknen auf einem Handtuch ausgelegt, meist im Schlafzimmer auf dem Ehebett, schließlich sorgfältig entminzelt.

Später wurden ihre Enkel bestrickt; es gibt ein wunderschönes Foto, wie meine zwei Töchter in ihren von Oma gefertigten, leuchtend pinken Strickjanckern losziehen in die Welt.

Ich selbst habe diese große Begeisterung für das Stricken nicht geteilt, doch meine Tochter wurde angesteckt. Die ersten Maschen brachte ihr ihre Oma bei, letztendlich hat sie sich jedoch die meisten Anleitungen im Internet hergesucht, heutzutage wohl der schnellere Weg. Wie auch immer, das Stricken setzt sich durch sie fort in unserer Familie.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von rubber sole am 23.09.2023:
Kommentar gern gelesen.
> Erzähloma:
Wieder ein gelungener Griff in die 'Nostalgiekiste'. Mit Stricken hatte ich nie etwas am Hut. Aber als Kind viel davon am Körper. Von Mutter, Oma, Tanten. Nicht immer schick, aber normal war's. Heute beobachte ich mitunter meine Frau: Beim Stricken von Socken, Baby-Stramplern, Pulswärmern, Dreieckstüchern und was weiß ich noch alles? Wird offensichtlich gern genommen. LG




geschrieben von marjah am 24.09.2023:
Kommentar gern gelesen.
Prima Geschichte, genau so war es.
Selbst gestrickte Strumpfhosen - mein Gott, was haben die gekratzt - Pullover, Jacken, Fäustlinge - davon drei Paar übereinander, damit sie nutzten- und und und ...
Das Stricken hat sich fortgesetzt, ich habe selber viel gestrickt, gehäkelt, genäht - heute noch.
Wer nichts hatte, der war froh, stricken zu können. Ein geschenkter alter Pullover vom Opa der Nachbarin brachte nach dem Aufribbeln zwei neue für die Kinder - heute nennt man das Recycling und Nachhaltigkeit.





geschrieben von Erzähloma am 24.09.2023:

> rubber sole
Ja, es entstehen mitunter wahre Meisterwerke an Strickwaren. Danke dir herzlich, rubber sole, für deinen wohlwollenden Kommentar! Und danke fürs Lesen :)




geschrieben von Erzähloma am 30.09.2023:

>marjah
Ja, so war es. Danke dir herzlich fürs Kommentieren!





geschrieben von die Juditha am 16.02.2024:
Kommentar gern gelesen.
Meine Oma hat mir auch Stricken und Häkeln gezeigt. Am Häkeln bin ich hängen geblieben. Ich häkele als Erwachsene wieder. Es sind gute Erinnerungen. Jetzt freue ich mich über jedes Projekt, was ich fertigstelle. Eine sehr schöne Geschichte!




geschrieben von Erzähloma am 16.02.2024:

> die Juditha
Freut mich sehr, dass meine Erzählung bei dir Anklang findet, und dass sich auch bei dir das Handarbeiten bis in die Gegenwart erhalten hat. LG

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