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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von En-hedu-ana (En-hedu-ana).
Veröffentlicht: 09.02.2026. Rubrik: Persönliches


In Nöten mit Goethen - Teil 4: Warum nicht?

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde … Wieder du und wieder scheiterte ich, denn auch hier erzählte ich nach, statt zu interpretieren. Dass der Rhythmus dem Galopp eines Pferds nachempfunden war, hielt ich fest: Hast und Eile – hin zur Liebsten. Aber dann stolperte ich. Ich hatte solcherart Erfahrungen selbst noch nicht gemacht. Wie konnte ich mich da in das Lyrische Ich hineinfühlen? Wie mit ihm diesen Ritt durch die gespenstische Nacht unternehmen? Zu wem denn? Wir sollten nachweisen, warum dieses Gedicht als Beispiel des Sturm und Drang betrachtet werden kann.

Ich fühlte mich beschämt. Zu hoch hing mir dein Bild, zu weit war mir dein Blick: suchend und doch wissend, fragend, forschend, verstehend, aber vor allem liebend, leidenschaftlich liebend. Du warst 21, als du Willkommen und Abschied schriebst, ich 18, als ich es im Leistungskurs Deutsch zu bearbeiten hatte. Zwar träumte ich von Jungen, doch waren sie aufgrund meiner Körperfülle unerreichbar für mich. Andere zählten brav die zuvor auswendig gelernten Stilmittel auf und verknüpften sie emsig mit dem Inhalt, um so den Sturm und den Drang durch ihre Noten aufflammen zu lassen. Ich kaufte mir bei einem Ausflug nach Weimar eine Postkarte mit deinem Konterfei darauf und drückte sie mir heimlich ans Herz. Heute verkaufen sie dieses Motiv als Poster. Über meinem Bett wäre noch Platz. Warum also nicht?

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