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geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 05.04.2026. Rubrik: Fantastisches


Das Versprechen, Teil 3

Kapitel 5: Schlechte Nachrichten für Rika

Ich war gerade in meinen Gemächern und wollte mich ausruhen, da klopfte es an der Tür. Vor meinen Gemächern standen zwei Diener und zwei Leibwächter. „Ein Bote ist da, Rika“, erklärte mir einer der Diener. „Er hat einen Brief für euch.“ Ich öffnete die Tür, und der Bote trat ein. Er verneigte sich tief und überreichte mir eine Schriftrolle. Ich bedankte mich und schloss meine Tür wieder, bevor ich die Schriftrolle entrollte und zu lesen begann. Der Brief kam ohne einen Absender, was mich schon ein wenig nervös machte. „Wir haben deinen besten Freund Tariel in unserer Gewalt. Wenn du unseren Forderungen in drei Tagen Folge leistest, wird er überleben, ansonsten wirst du ihn nie wieder sehen. Du wirst dich in drei Tagen in den Katakomben unserer Stadt einfinden und dich unserem Krieg gegen die Waldelfen anschließen. Du wirst kein Wort darüber vor deinem Volk verlieren und deine Position als Königin räumen. Die Dämonenelfen erwarten dich!“

Ich schloss die Augen und schaute noch einmal zu dem Text, als könnte ich das Geschriebene ungeschehen machen, aber die Zeilen blieben, und mit der Erkenntnis kam die Angst. Sie zog sich wie eine unsichtbare Schlinge um meinen Hals, behinderte mich am Denken und grub sich tief in meine Seele. Was sollte ich nun tun? Ich war mir sicher, dass die Dämonenelfen Ernst machen würden, wenn ich mich nicht fügte, und dieser Gedanke war für mich kaum auszuhalten. Ich wollte Tariel nicht in der Hand dieser skrupellosen Kreaturen belassen und schon gar nicht, dass er durch sie starb. Doch ich musste auch an die Hoch- und Waldelfen denken, welche auf mich zählten. Zwar besaßen die Waldelfen mit Asariel eine gute Königin, doch ich spürte, dass es an mir war, den Krieg zu beenden. Ich konnte den Forderungen der Dämonenelfen nicht Folge leisten, doch die Alternative schmerzte mich unermesslich. Mein bester Freund würde sterben, und ein Teil von mir wollte dies auch nicht zulassen. Unruhig ging ich in meinen Gemächern auf und ab und versuchte, meine verworrenen Gedanken zu ordnen und zu überlegen, was meine nächsten Schritte sein konnten. Plötzlich schoss ein Gedanke durch meinen Kopf. „Komm zu mir, Rika. Ich habe eine Idee, wie wir deinen Freund retten und den Krieg beenden können.“ Ich blinzelte überrascht und bemerkte erst spät, dass dies nicht mein eigener Gedanke war, sondern der von Auryn. Scheinbar konnte die Fee mit mir durch den Bann kommunizieren. Ich verließ meine Gemächer und lief in den Wald. Auryn erwartete mich schon vor dem Haus und lächelte. „Komm rein“, sagte sie, und ich folgte ihr. „Du musst wissen, ich habe die Fähigkeit der Weissagung“, fuhr die Fee fort. „Ich habe gesehen, dass du nun die Königin der Hochelfen bist und gratuliere dir. Bevor wir aber über ein Bündnis zwischen den Elfen und Feen in diesem Krieg sprechen, werde ich dir meine Forderung mitteilen. Wir Feen sind zwar magisch sehr begabt, vermeiden aber den offenen Krieg, verstehst du?“ Ich nickte und wappnete mich für die Forderungen der Fee. „Wenn wir den Krieg überleben, was laut meinen Weissagungen wahrscheinlich ist, möchte ich, dass du für alle Zeit als meine Gefährtin bei mir lebst. Du kannst weiterhin die Königin der Elfen sein, denn ich sehe eine Zukunft, in welcher unsere Völker miteinander leben werden.“ „Woher willst du das wissen?“, fragte ich. „Die Hoch- und Waldelfen sind viel zu unterschiedlich, um miteinander im Wald zu leben.“ Auryns Blick wurde düster. „Nun, ich sehe leider auch in der Zukunft, dass es nach dem Krieg kaum noch Hochelfen geben wird.“ Mir gefror das Blut in den Adern. „Treten diese Weissagungen immer ein?“, fragte ich. „Die Zukunft ist nicht in Stein gemeißelt, aber mir werden stets die wahrscheinlichsten Zukünfte gezeigt. Bist du nun mit meiner Forderung einverstanden?“ Ich überlegte einen Moment. Auryn schien eine Fee zu sein, welche gutherzig war und niemanden unterdrückte. Dennoch zögerte ich ein wenig und überlegte, ob es Argumente gab, welche dagegen sprachen. „Was willst du tun, wenn ich bei dir lebe?“, fragte ich stattdessen. Sie lächelte und dachte einen Moment nach. „Ich möchte, dass du meine Gefährtin wirst, wie ich schon sagte. Das Leben als Fee ist recht einsam, da die meisten Feen weit entfernt voneinander leben. Jede Fee hat ihr eigenes Revier, musst du wissen, in welchem sie leben und den Wald verzaubern. Leider sind auch nicht alle Feen gutherzig, deshalb möchte ich, dass wir zusammen das Böse in meinem Volk stoppen. Wenn du mit diesen Forderungen einverstanden bist, sind meine drei engsten Vertrauten und ich bereit, den Elfen im Krieg beizustehen.“ Ich ging Auryns Worte in meinen Gedanken durch und nickte schließlich. „Dann bin ich einverstanden“, fügte ich hinzu, was Auryn lächeln ließ. Kurz darauf tauchten drei Feen vor uns im Häuschen auf und verneigten sich. „Das sind meine Vertrauten Asmira, Tjara und Kitara“, erklärte Auryn. Ich lächelte und begrüßte die drei Feen. „Zuerst musst du ein Heer mobilisieren, welches uns begleitet. Auch, wenn Feen magisch begabter sind als Elfen, ist es wichtig, genug Kämpfer und Zauberer zu haben“, erklärte Auryn, und ich nickte. „Wir treffen uns heute Nacht nach Sonnenuntergang. Ich hoffe, ihr habt genug geflügelte Einhörner, um genug Krieger mitnehmen zu können, denn wir Feen können nur mit sehr viel Magie andere Wesen im Flug mitnehmen. Diese Kraft würden wir gerne sparen.“ Ich überlegte und nickte schließlich, denn ich glaubte, dass wir 220 Einhörner besaßen.

Dankbar verabschiedete ich mich von den Feen und ging zurück in meine Heimatstadt. Dort befahl ich den Wächtern, die anderen Elfen davon zu informieren, dass sie alle auf den großen Platz vor dem Königspalast kommen sollten. Ich wartete, und nach einer Stunde waren alle Hochelfen angekommen und verneigten sich vor mir. „Ich freue mich, dass ihr alle erschienen seid“, begann ich zu sprechen. „Der Anlass für das Treffen ist ein sehr tragischer. Wie ihr wisst, ist Elandriel, Askariels Ratgeber, mit dem mächtigen Ring entkommen, welcher seinem Besitzer Macht verleiht, indem er anderen Wesen Macht abziehen kann.“ Unruhiges Stimmengewirr folgte meinen Worten. „Die Dämonenelfen, wie sich eine Gruppe nennt, haben meinen besten Freund in ihrer Gewalt und werden ihn erst freilassen, wenn ich innerhalb von drei Tagen Forderungen erfülle, die zu erfüllen ich nicht im Stande wäre, ohne mein Volk damit zu verraten. Dies werde ich nicht tun, aber ich verfolge einen anderen Plan. Nach Sonnenuntergang treffe ich mich mit vier anderen Feen im Wald. Von dort aus wollen wir den Sitz der Dämonenelfen finden und meinen Freund befreien, um danach den Krieg gegen sie zu starten. Ich fordere hiermit alle magisch oder kämpferisch begabten Elfen auf, euch mir anzuschließen. Soweit ich weiß, besitzt der königliche Stall 220 Einhörner. Wenn es hier noch Elfen gibt, welche von einem Einhorn auserwählt wurden, nehmt eure Einhörner bitte mit.“ Es kam nur selten vor, dass ein Elf sein eigenes Einhorn besaß, doch manchmal geschah dies doch. Wenn ein Elf für würdig erachtet wurde, wurde er auserwählt und stand für alle Zeit auch in einer telepathischen Verbindung mit seinem Reittier. Ich selbst hatte noch nie versucht, ein Einhorn für mich zu gewinnen, da ich die meisten Wege zu Fuß zurückgelegt hatte. Viele Elfen hoben ihre Hände und jubelten mir zu. Sie stellten sich in einem Kreis um mich auf und verneigten sich tief. Dies verstand ich als ein Zeichen, dass sie sich mir anschließen wollten. Doch dann spürte ich einen Blick in meinem Rücken. Ich drehte mich um und sah einen Elfen, welcher mich mit einem bösen Lächeln anstarrte. „Dein jämmerliches Elfenheer wird dir gegen die Dämonenelfen nichts bringen“, sagte er und reckte sein Kinn. „Ich habe mich den Dämonen angeschlossen, und in wenigen Tagen wird meine Verwandlung stattfinden. Ich werde lernen, wie man die dämonische Magie in sich kontrolliert, aber mit deiner Rede hast du den König der Dämonenelfen sehr erzürnt. Wenn Eskantar meinem Vorschlag folgt, wird deinem Freund nicht der Tod heimsuchen, nein, etwas viel Schlimmeres.“ Der Elf lachte bei diesen Worten böse auf. „Er wird in einen Dämonenelfen verwandelt, ohne zu erlernen, wie man die Magie kontrolliert. Er wird unser Werkzeug sein, und ich möchte gerne dein Gesicht sehen, wenn sich Tariel gegen dich wendet und du ihn vernichten musst. Ich wünsche euch dennoch viel Glück bei der Suche!“ Seine Stimme triefte vor Sarkasmus bei seinen letzten Worten, und mein Herz setzte einen Schlag lang aus. Ich bereitete gerade eine Kugel weißen Lichts vor, als der Elf sich verabschiedete. „Ich muss nun weiterziehen, um dem König der Dämonenelfen diese Nachricht zu überbringen. Man sieht sich!“ Bevor ich die Kugel auf den Anhänger der Dämonenelfen schleudern konnte, verschwand dieser durch ein Portal. Irgendetwas in mir wusste, dass ich es nicht erreichen konnte, bevor es sich schloss, daher wollte ich mit der Lichtkugel durch das Portal schießen. Das Portal hatte sich allerdings so schnell geschlossen, dass ich keine Möglichkeit mehr dazu hatte. Traurig ließ ich die Magie in meinem Geist verschwinden und senkte mutlos den Kopf. Wenn Tariel nun zu einem Dämon wurde, dann war ich Schuld daran. Dieses Schuldgefühl erfüllte meine gesamten Gedanken, und ich kämpfte mit den Tränen.

Auf einmal war es so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Alle Elfen starrten geistesabwesend auf die Stelle, wo der Dämonenelf verschwunden war. Ich atmete einmal tief durch und besann mich wieder auf meinen Plan. „Dies ändert nichts an meinem Vorhaben“, erklärte ich mit fester Stimme. „Seid ihr weiterhin auf meiner Seite?“ Langsam lösten sich die Elfen aus ihrer Starre und riefen ein einstimmiges Ja. Erleichtert gab ich ihnen Befehle, sich vorzubereiten und ging dann in den Stall, um ein Einhorn zu besorgen. Als ich diesen betreten hatte, spürte ich, wie die Magie eines Einhorns nach mir rief. Ich ging gezielt einige Schritte durch den Stall, da sah ich es, ein weißes Einhorn mit gleichfarbigen Flügeln, welches mich aus klugen Augen anstarrte. „Hallo, Rika!“, hörte ich eine Gedankenstimme. „Mein Name ist Kyra, und ich werde nun für immer deine Begleiterin sein.“ Ich streckte meine Hand aus und streichelte das Tier freundlich, bevor ich es aus dem Stall holte. Dann sattelte ich das Einhorn und ritt mit ihm zum Eingang des Waldes, wo ich mich mit den Feen und den anderen Elfen treffen sollte.

Kapitel 6: Tariels Fluchtversuch

Ich konnte nicht mehr sagen, wie lange ich schon in meinem Gefängnis verbracht hatte. Hin und wieder war ein Elf vorbeigekommen und hatte mir Speisen und Wasser gebracht. An Schlaf war nicht mehr zu denken, denn eine Unruhe machte sich in mir breit. Oft schon hatte ich versucht, meine Elfenmagie einzusetzen und mich aus den Ketten zu befreien, doch meine Magie fühlte sich seltsam gedämpft an, so als wäre sie blockiert worden. Die Worte des Elfen spukten immer wieder in meinem Kopf herum. Ich war ein Druckmittel, aber weswegen? Was beabsichtigte dieser Elf? Ich hasste es, wenn Rätsel ungelöst blieben, und die Unruhe verstärkte sich noch. Ich erhob mich von meinem Strohlager und ging einige Schritte, so weit, wie es mir die Ketten erlaubten. Als ich den Widerstand spürte, kämpfte ich mit ganzer Kraft dagegen an und versuchte, noch einige Schritte zu laufen. Am Anfang gab die Kette keinen Millimeter nach. Auch beim zweiten und dritten Mal blieben meine Bemühungen erfolglos. Ich versuchte es noch mehrere Male, und plötzlich riss die Kette. Nun hatte ich wieder Zugang zu meiner Magie und spürte die Dunkelheit, welche von der Kette ausging. Ich richtete weißes Licht gegen die Kette und zerstörte sie damit. Bevor ich ein magisches Portal schaffen konnte, welches mich aus meinem Gefängnis bringen würde, wurde ich von groben Händen gepackt und herumgewirbelt. Vor mir stand der Elf, welcher mir Essen gebracht hatte. Seine Augen funkelten wütend. „Fliehen willst du? Das könnte dir nur so passen!“ Ich griff den Elf mit meiner Magie an, und er erwiderte den Angriff sofort. Doch bevor ich ihn töten konnte, spürte ich neue Ketten, welche von hinten um mich gelegt wurden. Die Magie, welche ich gerade noch in mir gespürt hatte, verpuffte sofort wieder. Als ich einen Blick über meine Schulter warf, sah ich zwei Elfen, welche die Ketten so befestigten, dass ich nun keinerlei Bewegungsfreiheit mehr hatte. „Du hast es nicht anders gewollt“, sagte der Elf vor mir, und gemeinsam zerrten sie mich auf die Beine und nahmen mich in ihre Mitte. „Dafür, was nun mit dir geschieht, kannst du dich bei Rika bedanken!“, rief einer von ihnen, und erst jetzt stellte ich fest, dass seine Augen tiefschwarz waren.

Sie brachten mich aus der Höhle in einen der anderen Gänge und liefen diesen entlang. Bald konnte ich mehrere Elfen im Kreis um einen schwarzen Altar stehen sehen. Auf dem Altar lag ein Ring mit einem schwarzen Stein. „Der Ring!“, schoss es mir durch den Kopf. Das musste der Ring sein, von welchem Rika gesprochen hatte! Ich wurde vor den Altar geführt und auf die Knie gezwungen. „Der Gefangene wollte fliehen“, teilte ein Elf dem König mit. Ich vermutete zumindest, dass es ein König war, da er auf einem Thron vor dem Altar saß. Er lächelte böse auf mich herab und nahm den Ring von dem Altar. „Dann lasst uns die Verwandlung durchführen!“, rief er feierlich. Er presste den Ring an meine Schläfe und murmelte Worte in einer Sprache, welche ich nicht verstand. Plötzlich spürte ich einen scharfen Schmerz in meinem Kopf und sank vollständig zu Boden. Etwas grub sich in meinen Geist und nahm Besitz von ihm. Ich versuchte, mich gedanklich gegen dieses Wesen zu stemmen, um die Kontrolle zu behalten, doch es gelang mir nicht. Immer mehr spürte ich, wie meine Gedanken vom Bösen durchsetzt wurden, und schließlich verschwand mein eigener Wille ganz.

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