Veröffentlicht: 12.04.2026. Rubrik: Unsortiert
Ich bin noch da!
Ich bin noch da.
Aber ich bin auch vorbereitet. — Denn sterben müssen
wir alle mal!
Es lässt mich nicht los, das Thema holt mich immer
mehr ein. Keiner wird unsterblich sein.
Ich habe nur ein Leben und dafür habe ich alles gege-
ben und möchte ich noch alles geben.
„Lebe jeden Tag, als ob es der Letzte wär“!
Nach diesem Motto lebe ich sehr. Was wäre, wenn es so
weit ist? Werde ich vermisst?
Könnte ich sagen, ich habe nichts verpasst?
Und hat das Leben genug Spaß gemacht?
Oft träume ich den gleichen Traum. Wo alle gemeinsam
sitzen in einem Raum. Sind alle von meinen Freunden
und meiner Familie vor Ort?
Oder sind etwa schon welche vor mir fort?
Musste ich zu einem von ihrer Trauerfeier gehen?
Werde ich sie woanders wieder sehen?
Meine Rede habe ich seit ein paar Jahren schon fertig
geschrieben — gerichtet an meine Lieben.
Meine Familie und Freunde werden genannt, weil ich sie
mein Leben lang gekannt! Auch die Musik steht schon
fest. Das ist ein schöner Brauch!
Von Sarah Connar „Das Leben ist schön“ Hier einige
Zeilen aus dem Lied: „Ich will keine Trauerrede, ich will,
dass Ihr tanzt mit einem Lächeln und einem Drink in der
Hand, zieht die schönsten Kleider an“
So sehe ich mich auch!
Ich hätte gerne mit jemanden gesprochen, der mir sagt,
du siehst alle wieder, versprochen!
In einer lustigen Mädchenrunde kam die Idee für eine
Beerdigungsfeier als Probe. Dann könnte ich auf die Sitz-
ordnung Einfluss nehmen und auf die Garderobe. Einige
Menschen werden nach hinten gesetzt, die zu Lebzeiten
mir gegenüber nicht ehrlich und emphatisch waren oder
mich haben verletzt!
Sie sollen nicht aus Höflichkeit erscheinen und eine
Träne um mich weinen!
Humor war in meinem Leben in einigen schwierigen
Situationen der Rettungsanker und dafür bin ich dankbar!
Sterben ist bei vielen Menschen ein Tabuthema. Ich sage
daher: Ich komme nicht drumherum – keena!
Genau deshalb werde ich mich ,auf humorvolle Weise‘
vorbereiten — auf diese letzte Reise!
Natürlich habe ich auch Angst. Sehe ich ein helles
Licht? Tut es weh? Also hat es mich jetzt nun erwischt!
Ich habe so einige Fragen: Werde ich Nagellack
tragen? Wird der richtige Zettel mit meinem Namen an
meinem Zeh sein und bleiben die Zähne drin? Habe ich
ein Doppelkinn und richten sie meine Frisur richtig hin?
Ich mache mir auch über das Feuer Sorgen — im
Krematorium. Denn als ich war — so um die 20 rum.
In meiner Küche brannte der Schmalztopf lichterloh. Es
ist ein Glück gut ausgegangen – Mensch war ich froh.
Vielleicht eine Schmalzstulle als Henkersmahlzeit, natür-
lich in mundgerechten Stücken.
Könnte sein, dass mein Gebiss dann noch mehr
Lücken hat?
Am letzten Tag findet Ihr mich in einer Urne in der
Kapelle.
Wähle ich die Form und Farbe aus? Auf alle Fälle, bitte
eine Originelle!
Die Blumengestecke sollen ganz bunt sein. Euch fällt
schon etwas ein.
Auf einer Wiese mit vielen Urnen möchte ich mit ande-
ren die Seelen wohnen. Dort werden wir über das gelebte
Leben quatschen und über die Doofen so richtig tratschen.
Ich habe eine Bitte: Schluchzen und schniefen könnt
Ihr in der Kapelle gern. Aber dann bei der Feier schaut Ihr
hoch zum Himmel und sehr mich als Stern.
So gerne würde ich dann rufen, trinkt Aperol Spritz und
erzählt Euch einen Witz! Versprecht mir, zu quatschen
und zu lachen, über die gemeinsam erlebten Sachen!
In diesem Sinne: wir werden uns wieder sehen. Und
dann berichtet Ihr mir von Eurem Leben. Ich schaue so
lange von oben zu Euch runter, macht Euer Leben unver-
gesslich und bunter!
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