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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 29.05.2026. Rubrik: Menschliches


Der Rauswurf

Arthur zu sehen vor dem Kiosk sitzend im Viertel gehörte bisher nicht zu seinen Gewohnheiten. Er winkte mich mit einem Handzeichen zu sich.
„Du hast doch bestimmt 5 Minuten für mich Zeit?“
Ich nickte, setzte mich zu ihm. Er begann direkt mit seinen Fragen die Astrid betrafen. Astrid ist meine Nachfolgerin. Vor meinem Ausscheiden lernte ich sie 6 Monate an, bis sie mich ersetzen konnte. Wir fanden uns auf Anhieb sympathisch. Es lief gut zwischen uns, nicht nah und eng, sondern mit Respekt und dem Du gleich von Anfang an. So nach und nach erzählte sie von sich, ihrem Leben mit Hürden, die mir fremd waren. Sie war froh endlich wieder einen gut bezahlten und sicheren Job zu haben trotz halbjahresvertrag zur Probe erstmal.
Ordnung ist das halbe Leben. Astrid lachte über meine Prinzipien sah aber ein nur so funktioniert reibungsloses, erfolgreiches Arbeiten. Das mit dem Leben läuft leider anders meinte sie dazu.
Das mit dem Leben, ich verstand sie, lief bei ihr oft chaotisch anders als sie es gerne hätte. Ihr Problem waren, sie betonte es gerne, die falschen Männer an ihrer Seite mitlebend. Drei Kinder von drei Vätern. Zu meinem kritischen Blick sagte sie keine Sorge, habe dafür gesorgt, dass es kein viertes Kind geben kann.
Wir trafen uns an einem Wochenende und Astrid brachte Arthur mit. Während die Mädels im Rest Room verschwanden, wollte Arthur ein offenes Wort mit mir sprechen. Nun erfuhr ich von seinem Leben an Astrids Seite. Wohl dem der keine Kinder mit in der Wohnung hat die kochen und alles liegen lassen. Es waren nicht alles seine Kinder und deren Unordnung wollte Arthur nicht aufräumen. Die Mädels kamen zurück, Arthur schwieg wieder und ich überlegte und dankte dem Herrgott ruhiger leben zu können.
Wir freundeten uns an, waren immer mal zusammen an Wochenenden. Meine Frau und Astrid gingen ins Kino, später ins Theater und zu einem öffentlichen Auftritt von Schlagersängern. Arthur nahm seinen Sohn und mich mit ins Stadion. Man kennt sich mit Vornamen und so nebenbei erzählte Astrid sie war noch nie verheiratet aber die Kindsväter zahlen alle jeden Monat. Es geht auch so, die angesetzten Wochenenden verbringen sie bei und mit ihren Vätern. Astrid nahm sich so Freiheiten, die eine verheiratete Frau nicht hat.
„Sie hat mich aus ihrer Wohnung rausgeschmissen“, sagte Arthur, „ich brauche jemand zum Loswerden“.
„Dann lass uns nicht hierbleiben, sondern ein Stück gehen, müssen nicht andere zuhören“. Die folgende halbe Stunde ließ Arthur seinen ganzen Frust raus, sagte ich wohne jetzt bei meiner Schwester. Armer Arthur dachte ich, während er erzählte. Astrid war anscheinend anders als sie sich so mir gegenüber geäußert hatte. Als Mann an Astrids Seite wäre ich längst selbst gegangen, zumal beide nicht verheiratet waren. Ihr noch kleiner Sohn schlief neben Mutter im Bett schon von Anfang an. „An ihre Unordnung in der Wohnung konnte ich mich nie gewöhnen und die beiden Großen lehnten mich ab obwohl…“, sagte Arthur und ich ahnte eigentlich war er froh von Astrid weg zu sein.
Es vergingen einige Tage, bis Astrid wieder zu uns kam. Sie erzählte von Arthurs Auszug, er wollte es, der Weg zu seiner Arbeitsstelle war ihm zu weit, zu teuer bei den gestiegenen Preisen überall. Nun lag alles an ihm laut ihren Worten.
Freie Liebe, ich sah Astrid an wusste von ihrem mit mir kann nichts passieren und anderem. „Wir haben uns doch immer so gut verstanden, ich mag dich wie du weißt“.
„Ist mir klar, du bist eine tolle Frau und Mutter, aber es gibt Arthur und auch noch deine anderen Väter deiner Kinder“.
„Mein Pech war immer die besten Männer sind vergeben“.
„So ist es wohl. Ich kann dir da nicht helfen lebe lieber ruhiger und ohne Kinder hier“.
Der beste Mann bin ich nicht, ich habe nur einiges erreicht im Leben und eine platonische Freundin reicht, muss keine Geliebte sein.

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