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geschrieben 2020 von Angricolan.
Veröffentlicht: 23.05.2026. Rubrik: Unsortiert


Traumatisiert (ein menschliches Drama)

Das Jahr 2015
Anfangs fiel es ihm nicht so auf. Er hatte sein Leben im Griff nach all den Jahren, selbst nach dieser Explosion, dem Überfall, der ihn mit in etwas verwickelt hatte.
Tagesschau, die Zeitungen alles war voll mit dunkelhäutigen Menschen. Afrika lud seine Menschenfracht ab nach Europa und hier winkten sie ihnen zu am Bahnsteig bei jedem Zug. An dem Tag als er ahnungslos an einer Schulturnhalle vorbei ging und in braune männliche Gesichter sah kam die erste Nacht wieder mit seinen Albträumen.
Panik, Angstzustände, Schweißausbrüche und wieder sein stätiges Durstgefühl kam zurück übernahm seinen Körper.
Er reiste gerne und kam so nach Afrika für vier Wochen. Einmal durch die Wüste, die Pyramiden mit einer kleinen Reisegruppe. Zwei Jahre später im Sudan lief etwas aus dem Ruder und dann fehlten ihm fast 16 Stunden in seinen Erinnerungen. Bewegungslos lag er neben anderen der Reisegruppe auf dem Boden. Seine Uhr am Handgelenk gab es nicht mehr, sein bitte Wasser wurde belacht. Er sah ihre Gesichter, ein nasses Tuch warf man auf sein Gesicht und trat ihn gegen den Brustkorb. Schüsse fielen. Danach gab es eine Explosion. Stimmen, Schreie, Fahrzeuge entfernten sich. Als er den nassen Lappen vom Gesicht hatte, lag er im Dunklen und es roch stark nach Urin und Schweiß. Bewegungslos, gefesselt mit Klebeband, die Augen brannten, Schmerzen überall. Stunden später so kam es ihm vor, zog man ihn über den Boden aus etwas raus. Worte in fremder Sprache, seine Fesslung wurde entfernt. Das helle Tageslicht machte ihn fast blind, Hände vor die Augen, brackiges Wasser benetzte seine Lippen. Erst verschwommen dann klarer sah er das grinsende Gesicht eines Mannes mit einem Messer in der Hand.
Vorbei, sein Blick zu einem offenen, verfallenen Gebäude zeigte ihm Fliegenschwärme. Da muss ich gelegen haben, der Gedanke brannte sich ein. Sein Ich verlor die glücklichen Jahre. Er schaltete sich als Mensch ab, hob ab in eine neue, grausame Welt.
Wochen später wieder in Deutschland versuchte er eigene Schritte zu gehen allein unter fremden Menschen. In ihm ruhte etwas, blieb nicht unsichtbar selbst nach einem Ortswechsel. Es ging ihm wieder besser bis eben 2015 diese Frau an der Regierung alle Grenzen öffnete.
Dieses Kill you ... er hatte es gehört, gesehen wie die Horde von fremdländischen Männern ihn lachend angesehen hatten, Nazi gerufen, als er an der Umzäunung vorbei ging. Flüchtlingslager, Sicherheitskräfte und auch Polizei. Tage später brannte es dort und in der Nacht hörte er die Polizeifahrzeuge mit ihren Sirenen.
Er träumte sie wollen dich holen. Damals waren nicht alle von ihnen zurückgekommen. Die Überlebenden ohne alles, was ihnen mal gehört hatte. Diese Frage später, waren sie in der Bundeswehr musste er verneinen. Und wenn, was hätte es ihnen gebracht, wenn... denn sie waren naiv und unbewaffnet zwischen Rebellen geraten mit zwei Kleinbussen. Dieses Reisen auf eigene Gefahr, dieser Verlass auf... und danach zurück in Deutschland sah er in seinen Träumen diese grinsenden Rebellen Gesichter noch einmal, schwor sich ich werde sie töten.
Es wurden mehr fremde, dunkelhäutige Menschen in Gruppen. Er sah sie täglich in der Innenstadt. Eines Abends am Bahnhof und später in den Parkanlagen Drogen verkaufen. Für dieses und sollten sie mal dich angreifen trug er immer etwas bei sich. Er hatte Kampftechniken gelernt ab 2016 zur Vorsorge. Es wurde nicht besser. Nachts lag er wieder im Traum im Sudan und hatte den Ortsnamen vergessen aber nicht dieses laute kill you.
Traumatisiert, alle die hierhin kommen sind traumatisiert. Er war es auch und helfen konnte ihm keiner, kein Psychologe, keine Selbsthilfegruppe. Am Ende konnte ihm keiner helfen. Sie wollten schon, aber alle hatten genug neue Patienten auch aus Afrika. Es begann ein Irrweg für ihn in seinem eigenen Darkroom.
2018 die Grenzen blieben offen, die Medien berichteten fast täglich über Straftaten von auch Afrikanern. Einige wurden abgeschoben und als dann sein Darkroom im Kopf ihn nicht mehr losließ, er glaubte langsam verrückt zu werden, ging er selbst eines Nachts in die ewige Finsternis.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Angricolan am 23.05.2026:

Warum jetzt diese Geschichte?
Immer wieder in Gesprächen kommt dieses Thema, dieses ich traue mich nicht mehr so Urlaub zu machen. Urlaub heute all inclusiv geschützt im Hotel, mit Strand wird vorgezogen. Abenteuerurlaub, erst Jahre später wird dann die Wahrheit erzählt und so toll war es nicht.
Heute traut man sich nicht mehr so weit, so spät, so in mehr einsame Bereiche der Umgebung.
War man in jungen Jahren mutiger?
Ich muss nicht alles verstehen, kann zuhören, besser schweigen(als kritischer Bürger).
2026 werden neue Flüchtlingsheime geplant obwohl es schon einige gibt, z.B. in einer Kleinstadt. Es sind die Altparteien im Stadtrat die mit Mehrheit so etwas wollen.
Die Stadt in Zahlungsschwierigkeiten, Projekte für die eigene Bevölkerung ruhen aber dafür sind anscheinend Steuergelder und Planer genug da.


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