Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
4xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 18.05.2026. Rubrik: Unsortiert


Halt, das Päckchen ist für mich

Wie ich in meiner vorigen Geschichte schon erwähnte, es kam noch besser.
Da wohnen wieder welche nebenan sagte meine Frau, ein Ehepaar mit Kind. Mir war es egal, sah und hörte von nebenan nichts bis ich einen Abend, es war schon dämmrig nach Hause kam und an dem alten Baum an der Straße einen jungen Mann mit einer Zange etwas aus dem Stamm ziehen sah. Normal ist anders und dann sah ich den grünen Wagen am Straßenrand. Einige Tage später, Samstagnachmittag, übte jemand mit Wurfsternen, damals erlaubt später verboten, diesen erwähnten Stamm zu treffen. Für mich tickte der neue Nachbar nicht sauber, wollte keinen Ärger und übersah es einfach.
Das nächste Ding war ein eingezäunter Bereich nebenan im Vorgarten. Vier Pinne, eine Kordel und innen in Reihe Zwiebel eingepflanzt. Da die Dame werkelte vor Ort grüßte ich freundlich mit der Frage pflanzen Sie Tulpen oder Narzissen? Sie sagte Tulpen und ich verkniff mir laut zu lachen. Ein bisschen Ahnung habe ich und da sie Gemüsezwiebel einpflanzte behielt ich mein Wissen für mich.
Unsere Nachbarin mit Kind hat sich heute selbst zum Kaffee eingeladen. Wenn meine Frau grinst, weiß sie mehr. Ich sagte jetzt nicht, später gerne und sie wartete, bis wir im Bett nebeneinander lagen. Was dann sie erzählte, ließ mich sagen nun wird es schlimmer als wir es schon nebenan hatten. Haus mieten von Sozialhilfeempfängern lässt etwas ahnen. Distanz ist da besser, wir waren uns einer Meinung.
Der alte Postbote, wir sagten du zueinander, klingelte, als ich innen vor der Haustüre stand, einige Tage Urlaub hatte. Türe auf, einige nette Worte und er gab mir ein Paket von Junghans-Wolle. Da tauchte mit den Worten das ist für mich meine Nebenan Bewohnerin auf. Auf ein Wort sagte ich zu Hubert den Postboten, zog ihn ins Haus, schloss die Türe. Unser Gespräch ergab er hatte Päckchen übergeben da bei uns niemand war an die nette Nachbarin. Nun hatten wir nichts bestellt eigenartig.
Meine Frau, hier war des Guten zu viel, platzte fast als ich ihr es sagte. Ihr kläre das sofort setzte ich am Abend um.
Das grüne Schrottauto von nebenan fehlte, er also wieder unterwegs da er eine nächtliche Tätigkeit ausübte angeblich selbstständig war, wie seine Frau sagte. Da saß ich also in einer Küche festhaltend das Paket und sie stand vor mir angelehnt an einen Schrank. Ich bat um lückenlose Aufklärung was da abgelaufen war nicht nur einmal. Ihr grünes Hauskleid mit Reißverschluss, ihre Hand am kleinen Rauf-oder-Runterzieher bewegte sich hin und her während sie sprach, um Entschuldigung bat. Sie strickte, verkaufte die Sachen und die Schufa sorgte dafür das auf Rechnung sie nichts mehr bekam. Wir haben hohe Schulden. Sie nannte eine Summe, sagte ihr Mann war selbstständig hätte aber Pleite gemacht und ich sollte doch von einer Anzeige absehen, etwas Mitleid haben. Gleichzeitig zog sie den Reißverschluss nach unten, wollte etwas zeigen. Ich stand auf, ließ das auf meinen Namen adressierte Päckchen mit Wolle liegen und ging. Da für uns nie eine Rechnung von dem Versand kam hatte die nette Frau wohl immer brav bezahlt.
Ich oder wir gingen ihr aus dem Weg, beachteten sie nicht. Im Vorgarten wurden die Steckzwiebel größer. Es gab keine Tulpen oder Narzissen im nächsten Frühjahr. Den Hausbesitzer fragte ich dann, wie alles so harmoniert mit Sozialhilfe und wohnen in einem Haus, keiner angepassten eher Wohnung. Ich habe ihnen gesagt der Mietvertrag wird nicht verlängert sie sind nächsten Monat raus.
Sie waren raus, wohnten nun nicht weit entfernt in einem alten Fachwerkhaus, sichtbar durch das grüne Schrottauto in der Einfahrt. Mit im Auto meine Mutter fuhren wir dort vorbei, erwähnten unsere Ex-Nachbarn. Die Frau, der das Haus gehört kenne ich kam, die rufe ich an. Es war so eine Woche danach. Meine Mutter erzählte, mein Hauseigentümer nebenan kam erzählte von einem Rechtsanwalt. Zusammengefasst: Unsere netten Ex wohnten nun drei Monate dort, ohne je eine DM gezahlt zu haben. Das Wort Mietnomaden fiel, ließ mich lächeln. Am Ende verschwand das Ehepaar mit Kind angeblich in die Eifel und außer Kosten für die Hausbesitzer nichts gewesen.
Ob er etwas gelernt hat, fragte mich meine Frau. Es gab wieder neue nebenan, Ehepaar mit einem Schäferhund. Beide tagsüber zur Arbeit, der Hund bellend allein im Haus. Vor den Beiden mit Hund gab es noch etwas, worüber ich lachte, andere taten es nicht.
In meiner Einfahrt stand an einem Samstagmittag ein BMW der Spitzenklasse. Geh raus sagte meine Frau da sitzt ein komischer Typ auf dem Beifahrersitz.
Ich machte es lieb und nett mit einem Plausch und als er bat, noch kurz stehen zu bleiben sagte ich ja fragte warum. Wir wollen das Haus mieten, einen Swinger-Club dort eröffnen, haben heute den Besichtigungstermin. Er stand nicht lange dort, war schnell weg und der Hausbesitzer klingelte bei mir.
Ich brauche jetzt einen hochprozentigen, um das zu verdauen. Er trank beim Erzählen zwei, sah ihm zu dabei. Was da von ihm kam, wir haben noch viele Jahre gelacht darüber und es ausgemalt, was wir dort für Jobs gehabt hätten. Die dreifache Miete wollte er am Ende zahlen, bekam aber ein nein zu hören und wurde nie mehr gesehen.
Nachdem der Hund die lackierten Türen zerkratzt hatte, es vor Gericht ging nach einbehaltener Kaution war die Vermietung zu Ende. So wurde auch unser Leben wieder ruhiger. Da war einer aus Schaden klug geworden.

counter4xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Mehr von Angricolan (Angricolan):

Darf ich Sie etwas fragen?
Die unbekannte Tochter
Wer hilft nicht gerne
Arme Socke
Oh, Mann oh Mann