Veröffentlicht: 16.05.2026. Rubrik: Unsortiert
Darf ich Sie etwas fragen?
Ein mir fremdes, älteres Paar sprach mich an. Soeben das Haus verlassen ging ich den schmalen Weg in eine Naturoase. Ich blieb stehen, sagte kurz Hallo und ja dazu. Sie kannten mich vom Sehen, mehr nicht. Da wo viele Menschen sich bewegen, kennt oder spricht nicht jeder mit Vorbeigehenden.
„Die Bewohner neben ihnen ist das eine WG mit nur jungen Leuten?“
Ich überlegte, drückte mich vorsichtig aus. „Es könnte sein, habe mit ihnen keinen näheren Kontakt. Man sagt sich hallo mehr nicht. Ich muss weiter, der Bus wartete nicht auf mich“. Ich entzog mich so von weiteren Fragen, wünschte ihnen noch einen schönen Tag.
Die andere Haushälfte bewohnte seit wenigen Tagen eine bunte WG. Erst Leerstand, dann Renovierung, kurzer Besuch des Besitzers aus dem Hinterhaus mit der Mitteilung habe es vermietet ab dem 1. des neuen Monates.
Das da neue Mieter wohnen bemerkte ich nicht. Alles war ruhig, keine fremden Autos. Der folgende Samstagabend veränderte alles. Es klingelte bei mir, ich öffnete und wurde bildlich überrannt von einigen weiblichen Punks, die gleich meine Küche eroberten, da die Türe offenstand. Ihre Mitbringsel landeten auf dem Tisch.
Da eine mich gleich umarmte, mir mein rechtes Ohr zulaberte war ich handlungslos. Scheiße sagte da laut eine von ihnen in der Küche wir sind falsch, ist rechts die Türe nicht hier. Sie zischten ab, hinterließen eine Duftwolke und eine Flasche Gin die auf dem Boden stand. Meine Frau kam von oben die Treppe runter, lachte kurz, um zu sagen zieh dich an wir fahren irgendwo hin, gleich geht drüben die Post ab.
23 Uhr, wir kamen zurück und vor dem Haus stand ein Polizeifahrzeug in meiner Einfahrt. Ich stellte mich davor, wir gingen ins Haus.
Erregung öffentliches Ärgernis. Wir waren nicht erregt, grinsten nur, als es klingelte, man uns bat den Wagen wegzustellen. Der Einsatz war beendet, die laute Musik und wohl einige Unbekleidete wieder in den Normalzustand gebracht worden.
So fing es an und wurde noch bunter, fremd für uns wie man so leben konnte mit einem kleinen Kind das sichtbar nicht nur eine Mutter hatte. Bei schönem Wetter standen Stühle und ein Tisch auf dem kleinen Vorgarten direkt an der Straße. Eine junge Frau, vom Sehen auf nicht älter als 15 Jahre geschätzt war eine Ehefrau ohne Kind. So nach und nach erzählten sie mir von sich, fingen an gesprächig zu werden. Wer da zu wem gehörte wechselte und Diskussionen fanden hörbar für uns statt bei offenem Fenster. Ab 22 Uhr gab es keine laute Musik mehr und der Vormittag war ruhig von drüben da eine von ihnen, die mit Kind, Nachtschwester war im nahen KH. Ich fand es amüsant, meine Frau nicht. Einige Monate ging es gut drüben bis sowas von Eifersucht zweier Männer wegen der Nachtschwester begann. Es wurde laut gestritten. Der Hauseigentümer griff ein, entschuldigte sich bei uns für seine Mieter die plötzlich keine Miete zahlten. Nicht unser Problem sagten wir, ahnten lange sind die nicht mehr nebenan wohnend. Zwischendurch war mal wieder die Polizei da, nahmen jemand mit. Eines ihrer alten Autos wurde abgeholt vom Pannendienst. Am folgenden Wochenende, wir waren verreist verschwand die WG über Nacht mit ihren Mietschulden. Was sie hinterließen, möchte kein Hausbesitzer erleben. Ist nicht unser Problem sagten wir wieder, uns kommen keine Mieter ins Haus.
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