Veröffentlicht: 31.07.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Die Bittprozession
Tief im katholischen Mittelgebirge sah er eine Schlange von Menschen hinter kirchlichen Fahnen gehen. Vorne schritt ein buntgekleideter Herr mit würdigem, ernstem Blick. Unermüdlich sprach er Worte und bekreuzigt sich dabei. Er erweckte seine Neugier. Eine Prozession in dieser Jahreszeit, wo die Blätter fallen, ein schon rauer Wind weht, sah er noch nie.
Er parkte und näherte sich dieser sichtbar gläubigen Dorfgemeinschaft. Auf seine Frage, warum diese Bittprozession stattfindet, antwortete ihm ein älterer Herr.
„Unserem Bürgermeister ging ein Schreiben zu des Landrates. Wir sollen Raum schaffen für 50 Menschen und unsere Dorfgemeinschaftshalle dafür räumen, was wird nun mit unserem Erntedankfest?
Er verstand ihn und da der Herr noch einiges anfügte bemerkte er seine Angst. Er erwähnte seine Enkelinnen, hatte viel schon gelesen davon in der Zeitung.
Aber überall haben wir doch unsere neuen Gäste und wo er wohnte, sind sie auch mehr geworden.
Der ältere Herr antwortete: „Wir sind aber eine gefestigte, gläubige Gemeinschaft hier und das meint auch unser alter Pfarrer“.
Nun fragte er ihn nach einem Urlaubszimmer und ob er eine Ferienwohnung zu vermieten hätte. Er selbst nicht aber im Dorf gibt es so einige Fremdenzimmer.
Als er fragte, wie war es denn hier vor 1945, so mit den Erntehelfern wurde der Dorfbewohner etwas kleinlaut, meinte es wäre eine andere Zeit gewesen.
„Andere Städte haben doch über 500 Menschen neu bekommen, was sind da 50 hier bei ihnen?
Da lächelte der ältere Herr sagte leise eigentlich ist es mir egal denn nun ist bald für meine Frau und mich Winterurlaub auf Teneriffa. Jedes Jahr sind wir drei Monate dort. Was dann hier ist, sollen die Jungen regeln und der Pfarrer. Der hat immer das letzte Wort.
Und so ging er betend und singend weiter, damit sein Dorf verschont wird vor einer neuen Zeit und dem Islam.





