Veröffentlicht: 22.07.2026. Rubrik: Menschliches
Hast du mit ihr
Wir saßen zusammen beim Frühstück, nur Sandra fehlte. Es war ein langer Abend geworden und der Hausherr meinte schlaft hier, ist Platz genug für alle. Jetzt um 10Uhr kam sie von oben langsam sich am Treppengeländer haltend mit einer Hand herunter.
Sie kam zu mir, legte mir die rechte Hand auf die Schulter, sagte guten Morgen und mich ansehend danke, um sich dann neben mich zu setzen. Kaffee oder Tee heute, Heiner fragte. Sie antwortete mit Hafermilch ohne Zucker, Müsli heute muss sein, will fit werden nach der Nacht. Sandra bekam alles gereicht, begann zu essen, während wir ihr zusahen oder die Gespräche leiser fortsetzten.
Ich stand auf ging hinaus auf die Terrasse mit dem Whirlpool in dem schon Astrid sich ausstreckte ohne Sprudelbad. „Komm mit rein, allein ist es langweilig, lassen wir es doch blubbern, du kennst dich doch aus damit“.
Ich setzte mich neben sie, drückte auf die Sprudeltaste. Das Wasser hatte 33 Grad, tat gut jetzt. Ich stellte mir vor im Winter hier entspannen nach einem langen Tag, vorher in der Sauna gewesen und draußen fallen Schneeflocken. Romantik pur und Sandra hatte mir davon am Abend vorher erzählt und den köstlichen Rotwein erwähnt, der in Heiners Weinkeller lagerte. Ich war in Gedanken daran denkend versunken als Astrid mich anstieß.
„Ich bin noch da, woran denkst du gerade?“
„An den gestrigen Abend, ich kannte euch vorher nicht alle und…“ Astrid lachte, rückte näher, verlor dabei den Halt und ging fast unter. Ich griff nach ihr zog sie wieder hoch.
„Hast du mit ihr, es war nicht zu übersehen wie ihr beide“, sie brach ab.
„Liebe Astrid, verzeih mir, wenn ich nun schweige. Wir beide haben eng getanzt, angepasst an mein Alter und als es wilder wurde setzte wir uns wieder, du nicht“.
Irgendwo im Haus ertönte eine Klingel. Eine Türe wurde laut geschlossen, draußen heulte ein Automotor auf. Heiner schaute kurz zu uns hin, sagte ich mach mal zu und schloss die Schiebetüre.
„Sind wir jetzt Störobjekte?“ Astrid schaute in den Wohnraum. „Lass uns besser gehen, du nimmst mich doch mit, oder?“
Ich stand auf verließ den Whirlpool und gab Astrid ein Badetuch. Abgetrocknet zog ich mich wieder an.
„Danke das ihr freiwillig geht, mein Sohn Jens kam mit Frau und Kind. Hast du mit Sandra, mir ist es eigentlich egal, aber sie ist so anders seit gestern“.
„Wo ist Sandra?“
„Sie ist weg, lange wohnt sie nicht mehr bei mir, es kriselt zwischen uns seit Wochen. Es liegt an mir und meiner Arbeit. Ruf mich die Woche abends am Handy an, Astrid hat meine Nummer“.
„Vergiss Heiner, er hat einige unlösbare Probleme derzeit, eigentlich haben wir die alle“. Astrid saß neben mir, ich fuhr, konzentrierte mich auf die enge Straße. Die Privilegien draußen fern von der Stadt zu wohnen, gönnen sich nur die Gutbetuchten zu denen Heiner zählte. Astrid kannte sie alle, denn der Club gehörte einst ihr. Warme Übergabe nannte sie den Verkauf, obwohl es noch einen anderen Grund dafür gab. Heiner bezeichnete sie als HF klärte mich aber nicht auf warum. Wo soll ich dich absetzen? Meine Frage beantwortete sie nicht, ich wartete fuhr über den Ring und danach über die Rheinbrücke. Als ich zu ihr rüber sah, tippte sie auf ihrem Handy herum, klappte es zu und legte es in die Mittelablage.
„Nimm mich einfach mit zu dir, er schrieb mir eben… scheiß Männer, ich bin nicht seine Tochter, die er rumkommandieren kann. Sandra hat von Heiner die Nase voll, will weg von ihm. Sie kommt mit Jens seinem Sohn nicht klar, sie haben Zoff derzeit. Er hat Angst das sein Vater sie heiratet“.
Astrid folgte mir ins Haus. „Ist deine Frau nicht da?“
Ich sah sie an, grinste und gleich kam ich hätte es ahnen müssen von ihr.
„Sie macht Urlaub ohne mich, ist noch 2 Wochen weg und so allein hier ist nichts für mich. Ich war froh mit euch zusammen zu sein“.
„Oh Mann, wie sieht deine Küche aus. Du scheinst ein perfekter Ehemann zu sein und die sind gefragt heute“. Sie verschwand in der Gästetoilette und ich sah nach der Post, die mal wieder nur aus Werbung und Bettelbriefen bestand.
„Fühl dich wie daheim, wir sind allein“.
„Whirlpool hast du wohl nicht, gibt es etwas anderes zum Relaxen?“
„Rasenmähen könnte ich anbieten ansonsten mach einen Hausrundgang aber der Weinkeller fehlt und Sandra könnte noch kommen“. Wir waren von der Garage aus ins Haus gegangen und nun stand sie draußen blickte nach oben zu den Fenstern über der Garage.
„Wohnt dort oben jemand?“
„Jetzt nicht mehr. Es ist mehr ein Gästezimmer“.
„Heiners Haus hat mir besser gefallen. Deine Frau, ihr schlaft getrennt, hat ein eigenes Zimmer. Ist das so bei lange verheirateten Eheleuten?“.
„Könnte sein, jeder von uns hat und braucht seine Freiräume und Freiheiten“.
„Gut, ich könnte also, bis sie wieder zurück ist hier wohnen“.
„Könnte ja, meine Frau müsste da zustimmen. Du wohnst in der Pension Krüger hat mir Sandra gesagt“.
„Stimmt, sozialer Abstieg nach meiner Schuldenorgie. Das Finanzamt hängt an mir. Heiner versuchte zu helfen, versuchte mehr war nicht. Bei Krüger habe ich Ruhe aber behalte es für dich“. Bei Astrid ertönte das Handy. Sie sagte Sandra ich bin bei ihm, nannte dann meine Adresse. Der Kreis um Heiner schien verworren zu sein. Ich verstand nun seinen Sohn, der sich Sorgen machte. Sandra kam kurz darauf, nahm Astrid mit, weil ich sagte, habe einen Arzttermin muss gleich los. Sie glaubten es. Ich legte mich hin, stellte vorher Telefon und Handy auf lautlos. In meinem Alter, Heiner ging es ähnlich da er aussteigen wollte aus der Terminflut deren Kosten stiegen und was übrig blieb der Staat verlangte. Sandra ist zu anstrengend für mich waren seine Worte gewesen. Wir hatten uns an dem Abend zurückgezogen in seinen Weinkeller, bis die Mädels uns fanden. Das Haus hier kann mein Sohn haben, ist zu groß für mich. Heiner hat eine Zweitwohnung in der Innenstadt, kannte dadurch meine Frau. Wer kennt nicht wen in einer Gesellschaft mit gleichen Interessen.
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