Veröffentlicht: 01.07.2026. Rubrik: Menschliches
Die Bewerberin
Die neue Assistentin?
Er schaute wartend in einem Bistro in der Innenstadt sitzend am Fenster auf seine Armbanduhr. 10 Minuten über der vereinbarten Zeit, eigentlich ein No Go für ein Bewerbungsgespräch. Vor ihm stand ein Glas mit Fanta ohne Zucker und daneben lag ihre Bewerbungsmappe, die er öffnete. Selma Kluckel, 39 Jahre, ledig keine Kinder, Wohnort Köln. Er war ihr entgegengekommen mit dem Gesprächstermin in Köln.
Durch ihr Foto erkannte er sie gleich als sie das Bistro betrat. Kurze Begrüßung. Sie setzte sich legte dann Feuerzeug und Zigarettenpackung neben sich, bestellte bei der Serviskraft einen Martini.
Was er sah, passte nicht in den von ihm gedachten Rahmen. Rauchen und Alkohol dazu ihre lockere Bekleidung und ein übertriebenes Makeup. Sie hatten zwei Mal telefoniert, sie nicht trotz Nachfrage erwähnt ihr Rauchen. Der Martini wurde gebracht, sie bestellte ein Medium Wasser, während sie kurz am Glas nippte.
Mit ihr müsste er nicht beruflich Zeit verbringen, sie würde im Haus mitwohnen, sich anpassen müssen. Er ließ sie von sich erzählen, vertiefte es noch durch Fragen. Nach den Notizen zu den Telefongesprächen konnte er vergleichen, inwieweit sie jetzt erwähntes, wiederholte oder veränderte. Auf ihre Frage warum ging meine Vorgängerin gab es eine einfache Antwort. Sein sie hat einen meiner Freunde kennengelernt, zog mit ihm da er eine neue Aufgabe übernahm in eine andere Stadt, ließ sie lächeln. Er bemerkte sie griff immer mal zum Feuerzeug ließ es aber liegen.
„Ich würde gerne bei ihnen tätig sein, allein die Wohnsituation wäre für mich ideal. Könnte ich gleich umziehen?“
„Die möblierte Wohnung ist frei, liegt im Seitenflügel mit separatem Eingang. Doch Sie sollten nichts überstürzen, sich alles erst ansehen und die anderen Mitbewohner dort kennenlernen. Ich bin nur der Vermittler, wohne dort nicht“.
„Ich dachte sie sind mein Arbeitgeber, habe es so verstanden“. Sie verschloss einen Knopf an ihrer grünen Bluse, sah ihn dabei an, griff zu einer Zigarette und zündete sie an. Er spürte ihre Enttäuschung an ihrem Blick. Sie sah aus dem Fenster, überlegte sichtbar. Mit der Wahrheit hielt sie es nicht genau, hatte ihm einiges verschwiegen, vorgeschoben für Kroll zu arbeiten die Insolvenz angemeldet hatte nun zum zweiten Mal. Habe ich ihn unterschätzt, lächelnd sah sie ihn an. Er lächelte nicht zurück, wartete ab.
„Wir kommen nicht zusammen, stimmts?“
„Wir beide nicht, ohne Veränderungen von ihrer Seite wird es ein einmaliges Treffen bleiben. Mein Auftraggeber hat Bedingungen, die sie ja nicht erfüllen. Es sind für ihn keine Kleinigkeiten. Er lebt halt mit Prinzipien, obwohl er großzügig ist nicht nur was die Arbeit betrifft“.
„Also bin ich raus, würden sie mir meine Bewerbungsmappe zurückgeben?“
„Natürlich, danke für ihr kommen vielleicht sehen wir uns wieder aber dann nur ehrlich sein bei meinen Fragen und anderem. Sie leben in Trennung, haben doch Kinder und hohe Schulden. Heute sind Menschen gläsern“. Er stand auf, gab ihr die Mappe, wünschte ihr für die Zukunft alles Gute, ging nach draußen, nachdem er bezahlte die Getränke.
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