Veröffentlicht: 05.07.2026. Rubrik: Menschliches
Erst Vorspiel dann Nachspiel
Sie hatte bisher nur mit ihm den Begrüßungsgruß oder Abschiedsgruß ausgetauscht, nie mit ihm sonst Worte gewechselt. Warum hatte er diesmal, sie wollte zur Gästetoilette und der Weg war versperrt von Neuankommenden, zu ihr gesagt diese Worte, mehr nicht. Sie hatten sich angesehen dabei. Behandele ihn mit Respekt, Worte ihres Vater wiederholt, sobald diese Familientreffen stattfanden und er anwesend war. Ihr Vater, selbständig und immer mal in finanziellen Schwierigkeiten, bekam durch ihn Hilfe. Ihre Mutter erwähnte es einmal, nur einmal und schaute sie dabei ernst an. Sie mit ihren nun 20 Jahren trug etwas in sich von dem bisher niemand wusste. Treffend hatte er betont Nachspiel gesagt, sie verunsichert dadurch. Ihr Vater, Türke mit doppelter Staatsbürgerschaft, Muslim und ihre Mutter gebürtig aus Mazedonien, eine bunte Familie die doch beide noch mit ihren Heimatdörfern verbunden waren.
Ihren Freund, mehr Geliebten seit einem halben Jahr hielt sie fern, sprach nicht von ihm. Er wusste es noch nicht. Aus ihrem Vorspiel war schnell mehr geworden mal so oder so. Ich habe Zeit und wenn es sichtbar wird, kann man eine günstige Situation ausnutzen, um davon zu erzählen. Sie hatte zwei türkische Hochzeiten miterlebt, fand alles, was da ablief ätzend. Da lebte man in Deutschland und sprach nur türkisch bei den Hochzeiten egal ob dort noch Eingeladene waren, die diese Sprache nicht beherrschten, kein Wort verstanden. Ihre Mutter würde… war damals sauer über diese Bräuche aus dem Mittelalter. Sollte ich ihn heiraten müssen, so aber nicht in einer Halle mit hunderten für sie fremden Menschen.
Ist etwas mit dir sagte ihre Mutter Elena einige Tag später. Sie gestand und erlebte eine Mutter die ruhig blieb, einfach zuhörte, um dann zu fragen willst du es behalten es wird dein Leben völlig verändern. Sie schüttelte den Kopf traute sich nicht nein zu sagen. Die Schule gerade beendet, sie wollte studieren und so viel noch sehen und frei sein. Er war älter, sah gut aus und brachte ihr Goldschmuck mit, lud sie ein in teure Restaurants. Sie waren ein Wochenende in Antwerpen gewesen, wohnten in einem Hotel mit Wellness. Jetzt gestand sie ihrer Mutter alles.
Kein Wort zu deinem Vater, ich kenne jemand der dir und uns helfen kann. Sie nannte seinen Namen die Tochter wurde blass im Gesicht, zitterte sichtbar. Was wäre, wenn er ihrem Vater davon berichten würde, er der anscheinend ein Freund war, namentlich erwähnt wurde von ihren Eltern.
Woher kennt ihr ihn fragte sie. Die Antwort war er ist ein guter Kunde deines Vaters, vermittelte ihm Aufträge und er hat uns geholfen in einer sehr schwierigen Situation. Er gehört zur Familie, zwar entfernt, aber kommt immer noch, wenn er eingeladen wird. Er spricht nicht viel hört uns lieber zu.
Einen Monat später atmete sie auf, er war mit ihr in einer Klinik und dortgeblieben, bis es ihr wieder gut ging, sie entlassen wurde. Das Nachspiel, kein Spiel in Wirklichkeit ist schlimmer als ein Vorspiel ohne vorzusorgen im Taumel der Liebe. Warum hatte sie alles vergessen in den Augenblicken, was sie eigentlich wusste. Folgenlos, was bleibt am Ende von allem?
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