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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 03.07.2026. Rubrik: Menschliches


Kennen wir uns nicht?

Die an seinem Tisch vorbeigehende schlanke Frau war stehengeblieben, zurück zu ihm gegangen und stand nun ihm gegenüber. Er sah sie an, überlegte.
„Ich glaube nicht und wenn müssen sie mir helfen, ihren Namen nennen und vielleicht, wo und wann es war“.
Sie lächelte. „Sandstraße 5, das Haus mit den Firmenwohnungen. Sie wohnten oben und wir im Erdgeschoss, damals hieß ich noch Linda Stolle“.
„Ich erinnere mich, setzen sie sich doch zu mir“.
„Eigentlich wollte ich jetzt einen Spaziergang am See machen, begleiten sie mich doch dabei“.
„Gerne“. Er stand auf folgte ihr nach draußen. Sandstraße 5 lag Jahre zurück genauso wie dieses Familienunternehmen das längst aufgelöst, die Gebäude abgerissen und nun ein Wohngebiet war mit meist Einfamilienhäusern. In 25 Jahren verändert sich viel.
„Können wir nicht zum Du übergehen so wie damals. Du bist doch Jochen, erkannte dich gleich“.
„Gut, macht alles leichter. Darf ich fragen, ob du noch verheiratet bist?“
„Nicht mehr, er nahm eine Arbeit im Ausland an und blieb dort. Für mich war da eine Scheidung leichter als allein für alles verantwortlich zu sein. Wir verkauften unser Haus, teilten alles auf und du?“
„Ich zog nach zwei Jahren aus, weil die Dachgeschosswohnung im Sommer zu heiß war. Die Treppe nervte mich und ich wollte raus. Neuer Job mit naher Wohnung passte besser. Später hörte ich von der Insolvenz und der Schließung. Alles wurde verkauft und was machtest du?“
„Ich blieb bis zum Ende, zog aber vorher schon um in ein Eigenheim“. Sie lachte blieb stehen. „Ist es nicht ein Zufall mit uns, warum treffen wir uns nach Jahren hier wieder?“
„Ein Zufall kann es nicht sein, erinnere mich wir waren damals schon hier gemeinsam spazieren, du nur mit deinem späteren Mann, gabst mir den Tipp mit dem früheren Baggersee, der zum Freizeitpark wurde“.
„Also doch mehr Zufall denn ich bin nicht oft hier, eher selten. Wo wohnst du jetzt?“
„Weilersdorf, ein kleines Kaff für viele die nur durchfahren und es als Abkürzung nehmen. Es liegt an der A1 nicht weit von hier. Da gab es noch preiswerte Wohnungen und Leerstände“.
„Lebst du allein so wie ich derzeit?“ Linda blieb stehen da zwei Radfahrer kamen. Er stellte sich dicht neben sie. Sie berührte seine Hand, hielt sie fest.
„Mit mir hielt es keine Frau lange aus, bin zum Workoholiker geworden durch meine Arbeit. Ich kenne keine festen Arbeitszeiten. Sowas machte keine Frau lange mit. Teilweise war ich 7 Tage aktiv und oft unterwegs, schlief in Hotels“.
„Machst du es heute noch?“
„Nein, wurde geheilt wie man sagt. Mein Körper streikte, nahm eine Auszeit und lebe nun wieder normal, passe auf mich auf“.
„Ich stand nach meiner Scheidung wieder vor einer Heirat überlegte es mir rechtzeitig anders. Er verschwieg mir einen Teil seiner Vergangenheit, war mies und seine Altlasten hätte ich dann mitbezahlen müssen“. Sie gingen weiter, sie ließ seine Hand wieder los blieb aber näher an ihm gehend.
Nicht so schnell, er ging langsamer wich so einer entgegenkommenden Gruppe älterer Menschen aus. Sie bemerkte es nicht direkt, blieb dann sich umdrehend stehen.
„Bin ich dir zu direkt, fühlst du dich bedrängt von mir Jochen?“
„Eigentlich nicht, ich finde es angenehm mal wieder nicht allein zu gehen. Wir können es gerne wiederholen oder uns zum Essen treffen. Wo wohnst du jetzt?“
„Fest in Königswinter, allerdings in der Woche in Soest, ich habe dort eine kleine Zweitwohnung. Ich wurde versetzt, möchte meine Pension nicht verlieren, nachdem ich beruflich mich veränderte. Wundere dich nicht über mich, ich brauchte diese Veränderung“.
Sie erreichten den Parkplatz.
„Sehen wir uns wieder Jochen, möchte dir meine Visitenkarte geben mit meiner Privatnummer, hätte deine gerne damit wir in Kontakt bleiben. Ich würde mich freuen über einen Besuch bei mir in Königswinter“.
„Gerne“, er reichte ihr sein Handy damit sie seine Nummer übertragen konnte. Die für ihn Überraschung folgte mit einer Umarmung und dem Wangenkuss von ihr. Nach all den Jahren schien diese Frau ihn nicht vergessen zu haben. Sie hatten sich in den zwei Jahren so oft gesehen, miteinander gesprochen oder im Hausgarten in der Sonne gelegen.

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