Veröffentlicht: 04.07.2026. Rubrik: Persönliches
Warum, eine am Ende meist unbeantwortete Frage.
Waltraut H. kannte ich von Kind an da unsere Eltern befreundet waren. Mit 16 Jahren gehörte sie zu unserer Clique, war eng befreundet mit einem Freund von mir. Sie hatte Träume wollte Fremdsprachenkorrespondentin werden. Sie schwänzte ihre Fremdsprachenkurse am Abend war lieber mit Siggi zusammen. Große Liebe die allerdings nach einer Sommerfreizeit ohne ihn zu Ende war. Wir sahen uns nicht mehr durch ihren neuen Freund, den sie dann später heiratete. Sie veränderte sich als ihr Vater an einem Herzanfall starb, arbeitete als Kaufmännische Angestellte und verliebte sich in ihren verheirateten Abteilungsleiter. Niemand verstand, was mit ihr los war, sie wurde still, schweigsam, war krank. Ihre Stiefmutter verstarb einige Jahre später an Magenkrebs. Waltraud wurde nicht mehr gesehen in der Stadt, keiner sprach mehr von ihr bis rauskam sie ist in einer Klinik in Düsseldorf, will niemanden mehr sehen.
Zwei Jahre später.
Waltraut kommt heute Abend zu uns sagte mein Vater am Telefon, möchte dich sehen. Ich fuhr hin und sie kam. Was nun von Waltraut erzählt wurde, worüber sie länger sprach, schien wie eine Erinnerung an eine vergangene gute Zeit. Wir hörten zu unterbrachen sie nicht. Wie toll doch ihr Leben war bis... und Fehler gab sie zu die nicht mehr zu ändern sind. Sichtbar stand sie unter starken Medikamenten, war so redselig. Ich ging nach draußen, um nachzudenken, sie mit meinen Eltern allein zu lassen, kam dann zurück. Wir sprachen vorsichtig miteinander und nun erwähnte sie ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und sie bekäme nun neue Medikamente, alles würde besser.
Als sie ging, uns umarmte war es wie ein Abschied, den meine Eltern nicht erkannten. Ich sprach es offen aus ihnen gegenüber, fuhr dann zurück in meine Wohnung. Es war eine Zeit wo über psychische Probleme nicht offen gesprochen wurde. Für mich lag es an der (Nach)-Kriegsgeneration denen Offenheit fehlte.
Einige Tage später nahm Waltraud sich das Leben in einem Düsseldorfer Waldgelände. Urnenbestattung, ihr Ehemann wich allen Fragen aus, heiratete allerdings kurze Zeit später und wurde Vater eines Kindes. Das Leben war nie leicht und Menschen zerbrechen an ihren Illusionen und Träumen, die nicht immer in Erfüllung gehen.
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