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5xhab ich gern gelesen
geschrieben 2010 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 04.07.2026. Rubrik: Persönliches


Warum, eine am Ende meist unbeantwortete Frage.

Waltraut H. kannte ich von Kind an da unsere Eltern befreundet waren. Mit 16 Jahren gehörte sie zu unserer Clique, war eng befreundet mit einem Freund von mir. Sie hatte Träume wollte Fremdsprachenkorrespondentin werden. Sie schwänzte ihre Fremdsprachenkurse am Abend war lieber mit Siggi zusammen. Große Liebe die allerdings nach einer Sommerfreizeit ohne ihn zu Ende war. Wir sahen uns nicht mehr durch ihren neuen Freund, den sie dann später heiratete. Sie veränderte sich als ihr Vater an einem Herzanfall starb, arbeitete als Kaufmännische Angestellte und verliebte sich in ihren verheirateten Abteilungsleiter. Niemand verstand, was mit ihr los war, sie wurde still, schweigsam, war krank. Ihre Stiefmutter verstarb einige Jahre später an Magenkrebs. Waltraud wurde nicht mehr gesehen in der Stadt, keiner sprach mehr von ihr bis rauskam sie ist in einer Klinik in Düsseldorf, will niemanden mehr sehen.
Zwei Jahre später.
Waltraut kommt heute Abend zu uns sagte mein Vater am Telefon, möchte dich sehen. Ich fuhr hin und sie kam. Was nun von Waltraut erzählt wurde, worüber sie länger sprach, schien wie eine Erinnerung an eine vergangene gute Zeit. Wir hörten zu unterbrachen sie nicht. Wie toll doch ihr Leben war bis... und Fehler gab sie zu die nicht mehr zu ändern sind. Sichtbar stand sie unter starken Medikamenten, war so redselig. Ich ging nach draußen, um nachzudenken, sie mit meinen Eltern allein zu lassen, kam dann zurück. Wir sprachen vorsichtig miteinander und nun erwähnte sie ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und sie bekäme nun neue Medikamente, alles würde besser.
Als sie ging, uns umarmte war es wie ein Abschied, den meine Eltern nicht erkannten. Ich sprach es offen aus ihnen gegenüber, fuhr dann zurück in meine Wohnung. Es war eine Zeit wo über psychische Probleme nicht offen gesprochen wurde. Für mich lag es an der (Nach)-Kriegsgeneration denen Offenheit fehlte.
Einige Tage später nahm Waltraud sich das Leben in einem Düsseldorfer Waldgelände. Urnenbestattung, ihr Ehemann wich allen Fragen aus, heiratete allerdings kurze Zeit später und wurde Vater eines Kindes. Das Leben war nie leicht und Menschen zerbrechen an ihren Illusionen und Träumen, die nicht immer in Erfüllung gehen.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Hessehex am 04.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Chanson von Becaud:
Und Du denkst so oft zurück an der Jugend Blütenträume, Deine Träume waren Schäume, sind dahin. Du siehst ein: Dein bißchen Glück lebt von tausend Kompromissen. Einer sprach: Kein Mensch muß müssen - doch der lügt.......





geschrieben von Angricolan am 04.07.2026:

Nach all meinen Jahren blicke ich hin gedanklich zu Namen von Menschen die ihr Leben selbst beendeten. Man sprach vor Kindern oder Jugendlichen nicht darüber.
Eine Petra hat ihre Mutter, nach dem Tod ihres Vaters bewusst in den Tod getrieben bis sie sich im 2. Versuch in der Garage ihrer Tochter aufhängte. Da hatte ihre Mutter schon das Haus ihr überschrieben, 25 Prozent Anteil aber an ihren Schwiegersohn. Danach begann ein Familiendrama, das Karma schlug zu bei Tochter und Ehemann.
Heute sind beide seit einigen Jahren verstorben. Jeder kann sich nun eigene Gedanken dazu machen.




geschrieben von Marques Ron am 04.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Die Erkenntnis, dass das Gehirn ein Organ wie alle anderen ist und natürlich auch erkranken kann, setzt sich nur langsam durch. Die wenigstens können überhaupt nur erahnen, was in jemandem vorgeht, der keinen Ausweg sieht. Bezeichnend, dass die "Religion der Liebe" solche Menschen noch zusätzlich straft. Medikamente sind das Eine, Therapie und Mitarbeit das Andere.




geschrieben von Butterblume am 04.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Angricolan,
gern gelesen,

Dies ist ein sehr heikles Thema.

Gerade habe ich ein Buch gelesen was mich sehr berührt hat.

Meine Mutter

von Bettina Flitner


Beste Grüße
Butterblume




geschrieben von Angricolan am 04.07.2026:

Ich danke allen die hier Kommentare hinterlassen und erwähne kurz womit wir uns gerade beschäftigen.
Der Opa meiner Frau, lernte ihn nicht mehr kennen, er starb im Jahr davor. Ahnenforschung, wir sind da tief in sein Leben eingedrungen.
Er war von Beruf *Steinbrecher*, begann mit 17Jahren weit entfernt seines Elternhauses mit seinem Arbeitsleben in den Kalksteinbrüchen in den Niederlanden. In einer privaten FB-Gruppe schreibe ich gerade bebildert mit alten Fotos über ihn und seine Tätigkeit. Vom Bergbau untertage bis zum übertage, da er nicht mehr unter die Erde konnte. Wenn man bedenkt was er im dritten Reich erleiden musste als SPD Mitglied, heute diese Partei erlebt, er würde sich im Grabe drehen. Vielleicht schreibe ich später etwas hier über ihn. (alte Fotos sind in meinem Familien-Archiv genug vorhanden. Ich habe z.B. Kontakt mit den Bewohner des Hauses indem er einst lebte mit anderen zusammen)

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