Veröffentlicht: 02.07.2026. Rubrik: Nachdenkliches
Frei sein
Silke Broßmann lehnte sich zurück, schloss die Augen und spürte so ihren erhöhten Herzschlag. Die Ungewissheit wie alles weitergeht beschäftigte sie mehr als vorher. Noch standen die beiden von ihr gepackten Kartons nah der Wohnungstür. Der Rest vom Leben zu zweit lag darin, einfach hineingeworfen da es ihr egal war. Nicht hinsehen, die fast leere Rotweinflasche stand seit drei Tagen von ihr unberührt neben der Balkontür. Vor drei Tagen war er gegangen, endlich. Sie hatte ihn einfach übersehen, getan, als wäre er nicht da. Ihr Selbstbedienung ab heute hatte er belacht geantwortet mit einem üblen Wort. Ihre Reaktion war darauf verschwinde mit all deinen Sachen es ist meine Wohnung.
Er war gegangen mit allen Sachen, die er bezahlt hatte. Nun fehlte die Wohnzimmergarnitur, seine Wohnlandschaft wo er geschlafen hatte, seid ihr Schlafzimmer für ihn tabu war. Sein Wunsch ein gemeinsames Kind lehnte Silke ab ebenso eine Heirat.
Dein Bruder ist Anwalt berät dich wohl und du willst mich loswerden waren seine Worte gewesen beim letzten Streit, wo es um gemeinsame Hausarbeit ging. Er der Pascha, er der Nehmer und selbst nichts Machende. Sie sollte funktionieren, er spielte sich auf begrenzte ihre Freiheiten. Lass deine Finger von mir, solche Worte kannte er bisher nicht von ihr. Dumm gelaufen, nicht geahnt und wieder einmal nicht auf den Rat des älteren Bruders gehört. Blockieren war möglich, sie tat es, wo es ging.
Die Klingel an der Wohnungstür riss Silke Broßmann aus ihrer Gedankenwelt. Etwas unvorsichtig öffnete sie die Türe, sah davorstehend ihren nun Exfreund. Auf ihr stopp keinen Schritt näher erschrak dieser sichtbar. Sie schob mit dem Fuß beide Kartons zu ihm hin, schloss die Tür und lehnte sich von innen dagegen. Im Etagenflur hörte sie ihn seine Kartons zum Aufzug schieben und das laute Wort Miststück sagen. Sie war erleichtert gleichzeitig stolz auf sich, ohne ein eigenes Wort ihn nun endgültig los zu sein. Es gibt Grenzen waren Worte ihres Bruders gewesen neben anderen die Silke bestärkt hatten endlich diesen Schritt zu tun, um sich selbst zu befreien. Ein du musst würde es nun nicht mehr geben. Sie atmete tief ein, blies die Luft heraus und streckte die Arme in die Höhe. Dann wollen wir mal wieder sagte sie zu sich selbst und lachte.
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