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geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 02.05.2026. Rubrik: Unsortiert


Gibt es noch mehr Fragen?

17 Uhr, Freitag und kein 13., als er durch den Vorgarten hin zur Haustüre wollte. Die Polizeibeamtin stoppte ihn schon bevor er die Treppenstufen zu Eingang betrat. Ihr hier können sie nicht durch, wir haben einen Einsatz im Haus, ließ ihn sie ansehen erstmal nichts sagen. Nicht jetzt und nicht heute das auch noch. Er schloss die Augen, lehnte sich an das weiße Briefkastengestell. In seinem Inneren brodelte es, Polizei im Haus gab es erst vor einigen Wochen. Der Grund, eine dubiose Wohngemeinschaft in der großen Dachgeschosswohnung. Mittlerweile war diese geräumt worden, leer und Handwerker beseitigten Schäden.
„Ich wohne hier, 1.Etage links und möchte gerne etwas essen und mich ausruhen“.
„Das würde ich auch, geht nicht habe Dienst noch einige Stunden und warte hier auf die Spusi. Es darf niemand ins Haus“.
„Was ist der Grund diesmal?“
„Darf ich ihnen nicht sagen“.
Er entnahm seinem Briefkasten zwei Schreiben und einige Werbeprospekte. Ein Fahrzeug hielt, die Spusi erschien zu zweit mit Koffer, sagte Hallo und bekam als Antwort 3.Etage rechts ein Kollege wartet dort.
Er bekam es mit, überlegte wer da über ihm wohnt und las sich umblickend auf die Briefkästen mit den Namen. In der 3. kannte er niemand näher. Traf man sich im oder vor dem Haus gab es meist einen kurzen Gruß, mehr nicht.
Die Polizistin trat zur Seite, hielt Abstand und telefonierte, kam zurück. „Sie dürfen in ihre Wohnung. Es kann sein sie werden heute noch befragt oder bekommen eine Einladung ins Präsidium“.
„Sichtbar war ich heute arbeiten, nicht im Hause und in der 3. Wie ich schon sagte, kenne ich niemand. Meine Wohnung ist in der Ersten Etage, Name Mohner, Alexander“.
„Ich weiß, habe es schon notiert“. Sie ließ ihn vorbei ins Haus.
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Das Leben der anderen war ihm egal, seins reichte zurzeit. Man würde ihn wieder überprüfen, etwas finden, ihn wieder darauf ansprechen, nachfragen. Neue Stadt, neuer Job und jetzt merkte er wieder so einfach anonym weiterleben geht nicht. Drei Tage später saß er zwei Beamten im Präsidium gegenüber. Es gab ein Getränk, einleitende Worte, die ihm bekannt vorkamen. Ein sie haben einmal und sind wohl deshalb, Blick in die Akte, er lächelte.
„Kommen sie bitte zum Thema, warum ich hier sitze, ich war an dem Tag abwesend und die dritte Etage habe ich noch nie betreten. Von der WG darüber, sind mir einige begegnet, interessierten mich nicht. Es ist tragisch das ein mir unbekannter kranker Mensch stirbt, danach noch eingebrochen wird. Gerne dürfen sie meine DNA, meine Fingerabdrücke haben sie ja, mir abnehmen“.
„Wir verlassen sie kurz haben sie noch etwas Geduld“.
Einer kam zurück, nahm eine Speichelprobe von ihm, setze sich wieder.
„Wissen sie oder sprach man im Haus über diesen toten Herrn?“
„Ich hörte nichts, las nur in der Zeitung darüber. Mich interessieren die Mitbewohner nicht“.
Sein Gegenüber las wieder in der vor ihm liegenden Akte, sah ihn dann an. „Entschuldigen sie, wir müssen allen Hinweisen nachgehen“.
„Bei mir damals schloss man schnell die Akte, ging einigen Hinweisen nicht nach und machte eine Cold Case daraus. Ich habe mich damit abgefunden und möchte jetzt gehen. Gibt es noch mehr Fragen?“
Er stand auf, verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.

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