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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 10.07.2026. Rubrik: Persönliches


Im Rampenlicht

Wer möchte nicht auf einer Bühne stehen und nach unten oder geradeaus blicken hin zu seinen Zuhörern? Narzissten brauchen diese Position, um sich darzustellen, herausragen aus der Menge vielleicht für kurze Zeit oder länger.
Die Bühne heute kann jeder betreten, ob er aber gelesen wird oder gehört steht in den Sternen. Sie/er glauben daran und machen eifrig weiter. Meine Fans verlangen danach, habe sie mir geschrieben, sagen gerne Kleinautoren oder Kleinkünstler mit offenen Worten.
Meine Mutter war eine Narzisstin und Schauspielerin besonders aktiv in der Familie, um etwas zu erreichen. Mit ihr zusammenwohnend im Alter als Witwe brauchte starke Nerven. Allein über diese Zeit zu schreiben, geht nur als Roman. Anekdoten zur Erinnerung blieben übrig bis heute.
Im Rampenlicht, die Bühne ohne Strahler gab es schon früher, da brauchte es ein starkes Selbstbewusstsein. Gedichte wenn nicht eigene zitieren kann jeder. Eigene Gedichte verstehen Zuhörer oft nicht.
Zweideutige Kurzgeschichten, zwischen den Zeilen dabei eine Botschaft aussenden ist den Denkfaulen zu anstrengend. Zwangslachen aus Unterhaltungssendungen des Fernsehens öden an so wie die alten Karnevals-Bütten-Reden. Sie sind out für Aktive, mehr für die sozialen Schichten, die der Staat füttert mit seinen Almosen.
Vor der Internetzeit für alle war das Volk noch nicht im Medientaumel und Influencer kannte niemand. Man lebte ruhiger mit seiner Tageszeitung, die noch zum Ofen anmachen gebraucht wurde. Heute tönt es überall und nur im Urlaub am einsamen Strand ist noch Ruhe sollten nicht Tiefflieger über einem düsen wie an der Ostsee.
Zurück zu einer Neben- Bühne. Alle 14 Tage zwei Stunden in einer Herrengruppe mit über 80jährigen ließ mich so einige Kritik aushalten am Ende. Es war mehr eine Schweigegruppe in meinen Augen. Die Zahl der Anwesenden schwankte und der fast 90jährige Chef im Wort meinte gerne zu sagen: Du hörst dich gerne reden, du nervst mich. Meine Antwort war: Ich bin nicht zum Schweigen hier so wie ihr scheinbar und deine NRZ-Artikel sind medial überall hörbar, antwortete ich ihm. Nun er war leicht dement, wiederholte gerne seine Erzählungen aus seinem Leben. Still hörte man zu und einige erschienen oft beim nächsten Mal nicht außer er sagte vorher ab per Rundmail. Diese Bühne verließ ich nach 1,5 Jahren, der Chef sagte zu mir ich bin froh über deine Endscheidung. Nach meinem Ausscheiden löste sich die Gruppe auf, denn zwei verstarben schon vorher.
Bühnen für Kleinkunst gibt es genug und Stadien füllen will wohl niemand der Kurzgeschichten schreibt und im letzten Lebensviertel sich befindet. Bei wichtigen Terminen die zeitlich festliegen braucht es Vorbereitung für den Auftritt, ohne kann es ein Desaster werden.

counter3xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von ehemaliges Mitglied am 10.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Diese sogenannten "Comedians" von heute könnte ich allesamt von der Bühne jagen. Deren schale und allzu oft geschmack- und geistlosen "Witze" finden die jungen Leute heute gut. Wie sich die Zeiten ändern....




geschrieben von Angricolan am 10.07.2026:

Stimmt,es liegt aber daran wir haben die Anfänge mitbekommen, sehen heute deren teilweise ausgelutschte Bemühungen noch mitzuspielen im gewachsenen, großen Kreis der Neuen.

Seit Netflix uns beschenkt hat sich Sehverhalten verändert. Im Alter interessiert vieles nicht mehr. Ich muss gestehen dieses Hypermoderne ist nicht mehr mein Ding. Gestern im Warteraum lagen teure Magazine aus die ich durchblätterte. Keinen Cent würde ich dafür ausgeben und die Texte waren eher utopisch. ( nix für den alten Herrn, der ohne KI noch schreiben kann)




geschrieben von Rautus Norvegicus am 11.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo Angricolan,

da hast du mal wieder etwas Wahres geschrieben:

'Mit ihr zusammenwohnend im Alter als Witwe brauchte starke Nerven. Allein über diese Zeit zu schreiben, geht nur als Roman.'

Was soll man da auch groß machen? Mutter war völlig dominierend, hat immer alles in die Hand genommen, sich gekümmert. 8 Kinder zu Hause, Leben nicht immer ganz einfach, gelinde gesagt😉 Sie ist im hohen Alter verstorben. Ich habe meine Gründe, ihr dankbar zu sein. Ansonsten wird sie von ihren Kindern, die noch übrig sind, nur gehasst. Sie war einfach eine bösartige Frau und ruhe in Frieden.

Obwohl ich gern und viel schreibe, schaffe ich es nicht, eine nette Anekdote über sie zu schreiben. Sie ist jetzt tot und ok, bis auf meine Schwester kümmert sie keinen ihrer Söhne mehr. Alle haben im Endeffekt nur unter ihr gelitten, einschließlich meinem Vater, der sein Heil in einer Krebs-Erkrankung suchte und dann auch daran verstarb.

Das ist alles schon lange her. Aber diese Erinnerungen werden immer präsent bleiben. Bei meiner Mutter gab es keine Schweigegruppe. Sogar später, ihre Senioren-Freundinnen litten dann unter ihr, konnten sich nicht wehren, machten immer gute Miene zu ihrem bösen Spiel.

Das fiel mir gerade so spontan ein, als ich 'Im Rampenlicht' von dir las.

Liebe Grüße
🐀
Rautus




geschrieben von Angricolan am 11.07.2026:

Danke lieber Rautus für deine offenen Worte. Meine Mutter war speziell, mal einfach ausgedrückt und durchschaut so richtig habe ich sie erst nachdem mein Vater ein Jahr verstorben war. Später wurde es immer schlimmer da sie glaubte meine Frau wäre ihr Dienstmädchen. Sie war es nicht und das ergab dann Missachtung selbst mit dem Wort Dieda anstatt ihrem Vornamen. Später rettete meine Frau bei zwei Schlaganfällen ihr Leben oder die Spätfolgen, die bei ihr ausblieben. Dank dafür gab es nie. Ich schrieb damals ein Dement-Tagebuch und verarbeiten ging nur durch= Gibt sie dir Salz- bekommt sie es zurück. Wie erwähnt könnte ich einen Roman schreiben in dem noch von zwei fast Bränden stehen würde, im Haus. Heute, sage da zu meiner Frau: wir waren immer zu nett, zu rücksichtsvoll zu ihr.
Liebe Grüße Angricolan

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