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geschrieben 2025 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 09.07.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Was bleibt übrig am Ende

Wer kannte ihn früher nicht, den als Playboy hinter der Hand bezeichneten Arzt. Murks gemacht bei Rolands Erstgeborenen machte ihn nach einem versauten Urlaub in der Oberpfalz zum roten Tuch für das Ehepaar. Ein Röhrchen im Ohr vergessen, aber als ist entfernt bezeichnet hinterließ ein krankes Kind plötzlich im Urlaub mit Ohrentzündung. Sie mussten abends 30Km nach Weiden ins KH fahren. Die Hilfe vor Ort gab es nicht.
Viele Jahre später, eine Altherren-Sportgruppe lernte Roland kennen, da traf er auf den ehemaligen HNO-Arzt wieder. Rolands Breitseite mit seiner Lüge nahm er mit Humor. Er erzählte, unterhielt die kleine Gruppe und trank dabei eine ganze Flasche Weißwein. Am Ende suchte er seinen Autoschlüssel. Der Hausherr sprach ein Machtwort, bestellte ihm ein Taxi, sein Sportwagen-Cabrio blieb stehen.
Es folgten weitere Begegnungen. Sein Trinkverhalten blieb und wer eine große Klappe hat in einem Restaurant zu der Serviskraft, dabei bechert seinen Wein, der muss mit einer Gegenreaktion rechnen. Ein kurzes Stück Heimfahrt mit der Bekannten und sein Führerschein war weg da man auf ihn schon wartete.
Der Doc war da schon etwas durch den Wind. Er besaß zwei Autos, den Mercedes musste immer mal wieder ein Taxifahrer suchen, weil er vergaß, wo er ihn abstellte in der Stadt. Mein Leben war immer bunt so erzählte er gerne, ich konnte mir alles leisten, nachdem ich meine Praxis verkaufte, aber habe oft Mist gebaut. Von seinem Mist erzählte er gerne ausführlich. Sein größter Traum wurde durch den frühen Tod seiner Ehefrau beendet. Seine Freundin, Besitzerin eines Anwesens in Süd-Frankreich lud ihn ein, dort Urlaub zu machen. Er fuhr hin und deren Söhne waren anwesend. Sie warfen ihn raus, sein neue Liebe war da zu Ende. Es gab noch mehr so Geschichten die er nicht nur einmal aber immer gleich erzählte, wenn er ausreichend Wein intus hatte.
Alkohol im Alter täglich hat Folgen. Heute sagt man Altersverwirrtheit dazu. Seine Freunde zogen sich zurück, nahmen ihn nicht mehr mit bei ihren sportlichen Exkursionen, nachdem er einmal mitten in der Nacht meinte in der Hotelküche aufräumen zu müssen, allerdings unbekleidet. Vergessen hatte er vorher stets Sachen von sich die dann nachgesendet wurden. Für den Organisator dieser Herrenrunde wurde es peinlich. Sie durften nicht mehr kommen in einem Hotel wegen dem Doc der sich daneben benahm.
Alte Herren leben nicht ewig, auch wenn ihr Konto mehr aufweist als das eines Normalmenschen. Sie erleben Schicksalsschläge, werden von ihren Frauen verlassen, von jüngeren versucht auszunehmen.
Zurück zum Ex-Doc. Roland sah ihn ab und an sitzen vor einem Glas Wein im Cafe Prinz seinem Stammlokal wie er es nannte. Der Doc grüßte immer zurück und beobachtete die vorbeigehenden Passanten. Beim nahen Taxistand ist er ein guter Kunde und seine ihn betreuende Haushaltshilfe kümmert sich daheim im Haus um alles. Eines Tages wird er da nicht mehr sitzen denn ewig lebt niemand.
(cop 2025 geschrieben)

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Metti am 09.07.2026:

Ärzte sind auch nicht immer perfekt.

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