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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Matty63 (Matty63).
Veröffentlicht: 22.04.2026. Rubrik: Unsortiert


Nasse Spuren

Die Kinderbadewanne im Garten erfüllte mehrere Zwecke. Schließlich bot das darin enthaltene Wasser an heißen Sommertagen nahezu unbegrenzte Spielmöglichkeiten: Plastikfischchen schwimmen lassen, ein kleines Boot bewegen, mit einem Eimerchen Wasser herausholen und sich über die Füße gießen…
Manchmal ist es auch schön, einen Becher mit dem kühlen Nasse zu füllen und es dann hierhin oder dorthin zu schütten. Auch so lassen sich viele neue Erfahrungen machen. Vor allem dann, wenn das ausgeschüttete Wasser eine kleine Pfütze bildet, man da barfuß hineinpatscht und dann weitergeht.
Dabei gibt es auch Entdeckungen, von denen man zuvor gar nichts geahnt hat. Dann erscheinen nämlich auf dem Gartenweg auf einmal nasse Fußspuren. Die Meinigen saßen dabei ziemlich gleichmäßig aus. Sie zeigten jedoch auch mein Problem: Ich hatte massive Plattfüße, weil das Fußgewebe immer einsank. Daher hatte sich bei mir keine Fußwölbung ausgebildet, und die nassen Spuren zeigten somit, warum ich möglichst oft barfuß laufen sollte: damit sich die Fußmuskeln frei bewegen und das Bindegewebe sich kräftigen kann.
Die nassen Spuren hatten jedoch auch noch einen anderen Lerneffekt: Sie blieben nämlich nicht lange; vielmehr wurden sie immer blasser. Bald waren sie kaum noch zu sehen, und schließlich verschwanden sie sogar ganz.
Das musste ich gleich nochmal ausprobiert werden; also wieder einen Becher Wasser geholt, wieder ausgeschüttet und wieder durch die Pfütze über den Gartenweg gegangen. Und tatsächlich: Wieder waren da nasse Spuren, die bald wieder verschwanden.
Und weil es so schön war, gleich nochmal; jetzt verschwanden die Spuren jedoch deutlich langsamer. In diesem Moment hatte sich eine Wolke vor die Sonne geschoben. Ob das etwas damit zu tun hatte? Beim vierten Mal war die Wolke wieder weg, und sofort verschwanden die nassen Spuren auch wieder viel schneller.
Wer regelmäßig barfuß geht, kann also auf diese Weise sogar physikalische sowie chemische Experimente durchführen; im Blick auf Wärmelehre und Verdampfung. Das mit der Wärmelehre ließ sich auch noch vertiefen. An jenem besonders heißen Tag hatten sich die Gehwegplatten nämlich von der Sonne so aufgeheizt, dass sie an den Fußsohlen bereits brannten. Da waren dann der Rasen sowie der Sandkasten bessere Alternativen. Anders wurde dies jedoch am Abend: Da fühlte sich der Gartenweg an den Fußsohlen noch wohlig warm an. Man braucht für physikalische Experimente nicht immer einen Lehrer; und man muss für eine Wärmetherapie nicht immer zum Physiotherapeuten gehen. Oft reicht es vielmehr schon aus, barfuß über einen Gartenweg zu gehen. Das tut nämlich nicht nur den Füßen gut.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Butterblume am 22.04.2026:

Genau so ist es.

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