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3xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Matthias Stilke (CaptainX).
Veröffentlicht: 30.07.2026. Rubrik: Fantastisches


Letzte Rettung - Teil 4(4)

Vier

Als sie die Schleuse erreichte, stand da bereits ein Besatzungsmitglied und nahm sie in Empfang, blieb aber an der Blende stehen und winkte sie durch.
An Bord ging sie zunächst in Bogh's Kabine und holte das Diagnosepanel.
Auf dem Rückweg zur Schleuse machte sie einen kleinen Abstecher in ihre eigene Kabine. Dort suchte sie in ihren Dokumenten die Auflistung der Kfue-Flotte und verglich die Vargr-Symbole. Tatsächlich! Dieses Schiff war Teil der dritten Kampfgruppe und wurde bei Felton eingesetzt. Auf dem Rückzug konnten Saetskhars' Truppen das Schiff gewaltlos übernehmen und in ihre Flotte eingliedern. Das war sehr interessant, machte ihre Lage jedoch noch komplizierter und gefährlicher als ohnehin schon.

In ihrem Kopf ratterte es, aber sie musste wieder zurück auf die Wartungsebene, bevor Smith misstrauisch wurde.
Sie verließ das Schiff und lief zum Treppenhaus. Auf der zweiten Ebene drängelte sich Helloway an dem Vargr vorbei und stolperte zu Bogh, der inmitten des zentralen Laufgangs den Dimensionscanner konfigurierte. Sie hockte sich neben ihn hin. Die Taun-Leute standen weit genug entfernt und der Wind blies lautstark durch die Verstrebungen. Niemand außer Bogh würde sie verstehen können.

"Doc! Der 'Geschickte Jäger' gehört nicht zu Taun. Das kann nur bedeuten, dass es Eigentum des Käufers ist! Und der lässt uns bestimmt verschwinden, wenn der Versuch Erfolg hat."
Der Vargr blickte sie groß an: "Ausgeschlossen, Helloway! Warum sollte er das tun?"
"Alle Mitwisser ausschalten, denke ich. Die haben die Konstruktionspläne und einen funktionsfähigen Prototyp. Mehr braucht er nicht."
Bogh schien nicht überzeugt.
"Das kann ich nicht glauben. Patriarch würde das niemals dulden."
"So? Dann raten sie mal, an wen er das Projekt verkauft hat. An Saetskhars! Das Schiff hat Saetskhars damals von den Kfue übernommen. Das habe ich aus einer geheimen Flottenliste."
Der Vargr suchte nach Worten: "Aber ... aber ... das kann nicht sein, Helloway. Generaladmiral Lugkongnaerz ist der Todfeind von meinem Rudel."
"Ja, Doc. Und wenn das herauskommen sollte, verliert er das Gesicht vor seiner Koalition. Und deswegen ..."
Smith trat an die Beiden heran: "Gibt es ein Problem?", brüllte er gegen den Sturm.
"Nein, Sir.", log Bogh: "Helloway hat mich gerade darüber informiert, dass wir den Scanner nochmal versetzen sollten."
"Na, dann los. Mir wird langsam kalt hier."

Bogh löste die Magnethalterung und schleppte mit Helloway's Hilfe das Gerät einige Meter weiter - wieder außerhalb der Hörweite von Smith und seinen Leuten.
"Und was machen wir jetzt?", sagte Bogh: "Wenn ich das Experiment sabotiere, sind wir wahrscheinlich ebenfalls tot."
"Vielleicht nicht, Doc.", sagte Helloway: "Ich habe einen Plan."
Nach einer kleinen Pause fuhr sie fort.
"Doc. Sie sagten mir doch damals, dass hier vermutlich noch weitere Personen in Dimensionsspalten festhängen."
"Korrekt. Ich konnte nur mit ihrer Hilfe die Positionen ihrer beiden Kollegen bestimmen."
"Von wie vielen reden wir?"
"Es gibt hier konstruktionsbedingt theoretisch etliche Spalten. Es könnten Dutzende sein. Ich konnte aber nur drei Berichte von Besatzungsmitgliedern finden, wo ein Verschwinden belegt wurde. Ich weiß nur nicht genau wo."
"Dann können also noch viele weitere Personen hier feststecken?"
"Vermutlich ja, Helloway. Die Plattform besteht ja schon seit über sechzig Jahren. Aber worauf wollen sie hinaus?" Helloway sagte es ihm.


Sie setzten den Scanner wieder ab und aktivierten die Magnethalterung. Bogh konfigurierte das Gerät über einen Panel. Helloway ging zurück zur Pylonenplattform und stellte sich in der Nähe von Smith's Vargr auf.

Die nun folgenden Ereignisse spielten sich für sie in Zeitlupe ab.

Bogh aktivierte den Scanner. Wie erwartet flog das Ding funkensprühend auseinander. Er warf sich auf den Boden in Deckung. Die Augen von Smith und seinen Leuten waren auf Bogh gerichtet und so entging ihnen für Sekundenbruchteile eine entscheidende Veränderung in der Umgebung.

Auf den Laufgängen um sie herum standen plötzlich vier oder fünf Personen, alles Vargr und jeder bewaffnet, wie es zu jeder Zeit für Raumschiffbesatzungen ihrer Spezies üblich war. Ihre Verwirrung dauerte nicht lange. Sie sahen drei bewaffnete Typen in dunkelblaue Uniformen - für die Vargr mussten sie wie Imperiale Soldaten wirken. Schon fielen die ersten Schüsse. Helloway packte den Vargr überraschend am Waffenarm und schleuderte ihn auf den Laufgang hinaus. Er war allerdings kein Amateur. Er fing sich ab und behielt die Waffe in der Hand. Als er auf sie anlegte, wurde er von zwei Kugeln getroffen und stürzte über den Handlauf in das Sicherheitsnetz unterhalb des Laufgangs.

Smith und die Frau schienen von diesem Kampf nichts mitbekommen zu haben. Sie waren in einem Feuergefecht mit den übrigen Vargr verwickelt. Zwei von den Angreifern hatten sie bereits niedergeschossen. Smith wurde getroffen. Die Frau rannte wild schießend zu ihm hin, fing sich aber auf dem Weg ebenfalls einige Kugeln ein und fiel tot über das Geländer des Laufgangs. Smith rappelte sich hoch und erschoss den letzten Vargr. Eine Kugel hatte seinen linken Arm zerfetzt - in der rechten Hand hielt er aber immer noch seine Pistole und legte auf Bogh an, der immer noch am Boden kauerte, nur leidlich von dem Scannergehäuse verdeckt.
Helloway schrie gegen den Wind an. Sie hatte keine Waffe und die Beiden waren zu weit entfernt, als dass sie jetzt noch etwas Sinnvolles unternehmen konnte.

Da fielen drei Schüsse. Mit einem überraschten Gesichtsausdruck ließ Smith seinen Waffenarm sinken und klappte zusammen. In dem Pulverrauch hinter ihm stand Kommandant Eneri Kirkumu - in der rechten Hand eine Pistole und in der linken einen Wartungspanel. Natürlich trug er immer noch seine alte und völlig durchgeweichte Scoutuniform.
"Was, zum Geier, geht hier vor? Nathalie, wo zum Teufel sind sie?"


Epilog

Helloway's Plan ging auf! Sie hatte Bogh überredet, den Scanner auf maximale Reichweite einzustellen. Die folgende Zerstörung des Geräts war aber zum Funktionieren ihres Plans unumgänglich. Alle Dimensionsspalten in Reichweite des Scanners wurden instabil und neben Eneri materialisierten sich auch noch einige Vargr. Der darauf folgende Schusswechsel löste ihr dringlichstes Problem.

Kirkumu fand sich in der neuen Situation besser zurecht, als seine Kollegin vor zwei Jahren. Zusammen überrumpelten sie die Crew der 'Geschickter Jäger' und übernahmen das Schiff. Die drei Besatzungsmitglieder ließen sie auf der Plattform zurück.

Taun's Organisation würde mit Sicherheit nach seinen Agenten suchen und früher oder später die ehemalige Besatzung der 'Geschickter Jäger' aufspüren. Dann wäre Helloway's und Bogh's Leben keinen Kianhaufen mehr wert. Sie mussten untertauchen - so gut es ging.


Ende

Geschrieben: Juni 2026
Autor: Matthias Stilke (c)
www.kurzgeschichten-stories.de

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Rika am 30.07.2026:
Kommentar gern gelesen.
Eine sehr spannende Geschichte, und ein sehr riskanter Plan. Schade, dass nicht alle dieser kriminellen Leute daran glauben mussten ...

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